Mclaren bleibt in der garage: norris und piastri verpassen gp china komplett
Shanghai schweigt, McLaren schwieg schon vor dem Start. Lando Norris und Oscar Piastri rüsten ihre Boliden nicht einmal aus – elektronische Katastrophe, null Runden, null Punkte. Ein Team, das vor drei Monaten noch die WM krönte, sieht sich beim zweiten Saisonlauf mit dem Regelreset 2026 blitzartig entzaubert.

Elektronikfehler blockiert startaufstellung
Norris‘ MCL61 rollt morgens noch aus der Box, doch das Diagnose-Tablet spuckt rote Balken. „Sensor-ECU-Bus-Timeout“, flüstert ein Mechaniker – für Laien: Das Nervensystem des Autos ist gelähmt. Piastri kommt zwar noch aufs Grid, doch nach der Formation-Lap drehen die Schieber ab: Getriebesteuerung gibt den Geist auf. Beide Wagen werden zurückgeschoben, die Teamgarage verwandelt sich in eine Notfallklinik.
Die Zahlen sind gnadenlos: 0 Kilometer Rennstrecke, 0 Runden, 0 WM-Punkte. Nach Melbourne (Piastri crashte auf der Installationsrunde, Norris wurde Fünfter) steht McLaren nun bei zwei von vier möglichen Zuverlässigkeitstests auf dem Schlauch – und das, obwohl das 202er-Reglement Motoren und Elektronik entbürokratisierte, um genau solche Ausfälle zu verhindern.
Teamchef Andrea Stella gesteht vor laufender Kamera: „Wir haben zwei voneinander unabhängige Defekte – das macht es nicht besser, sondern alarmierender.“ Die Ingenieure stapeln jetzt Logfiles, denn in zwei Wochen rollt Bahrain. Wer dort wieder in die Wüste schickt, was in China nicht einmal startete, riskiert, schon vor der Europa-Tour den Anschluss an die Top-Teams zu verlieren.
Die Reaktion der Konkurrenz ist unmissverständlich. Christian Horner lässt wissen: „Zuverlässigkeit wird 2026 die Meisterschaft entscheiden.“ Die Causa McLaren liefert ihm das erste Lehrbeispiel. Für Norris bedeutet der Ausfall den zweiten blutleeren Wochenendendreher in Serie – nach Platz fünf in Melbourne fehlt ihm jetzt jeder Punktepuffer. Piastri, einst als Rohdiamant gehandelt, sammelt Statistiken statt Podestplätzen.
Die Saison ist jung, aber die Uhr tickt laut. In der neuen Ära der vereinfachten Motorenstruktur kann sich kein Topteam zwei weiße Wochenenden leisten. McLaren muss liefern – sonst wird aus dem Vorjahres-Traum schnell ein Tech-Drama. Shanghai war Warnschuss, Bahrain wird zur Zerreißprobe.
