Lenz hächler: kampf um den anschluss – ambitionen und realität im ski-weltcup

Schwierige vorbereitung, große ziele

Lenz Hächler hat eine anspruchsvolle Vorbereitung hinter sich und sucht aktuell noch nach der optimalen Form im Riesenslalom. Trotzdem zeigt der junge Schweizer großes Talent und setzt sich ambitionierte Ziele. Derzeit befindet er sich in der Reiteralm, wo er intensiv am Riesenslalomtraining arbeitet, wie er in einem Gespräch verriet. Sein Plan sieht vor, in den kommenden Wochen im Europacup zu starten, bevor er die Rückkehr in den Weltcup anstrebt.

Europacup als sprungbrett

Europacup als sprungbrett

Vor dem Weltcupfinale soll Kranjska Gora noch eine Station sein, wo Hächler ein letztes Riesenslalomrennen bestreiten wird. Im Europacup konnte er bereits sein Potenzial unter Beweis stellen. In der letzten Saison beendete er die Gesamtwertung auf dem zweiten Platz und gewann sogar die Disziplinenwertung im Riesenslalom. Dies sichert ihm einen Fixstartplatz im Weltcup.

Super-g als neues ziel?

Super-g als neues ziel?

Für die kommende Saison strebt Hächler sogar einen Fixstartplatz im Super-G an: „Es ist sicher ein Ziel von mir, im Super-G einen Fixstartplatz zu bekommen.“ Sein langfristiges Ziel ist es, eines Tages das Niveau von Marco Odermatt zu erreichen und um den Gesamtweltcup mitzufahren. „Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg und es geht nicht bei allen gleich schnell“, betont Hächler bescheiden.

Rückkehr zum vertrauen im riesenslalom

Priorität hat der Fixstartplatz im Super-G jedoch nicht. Im Riesenslalom fühlt sich Hächler noch nicht ganz wohl und möchte die Trainingswoche nutzen, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Eine Fokussierung auf die Gesamtwertung ist aktuell nicht geplant, da der Rückstand zu groß ist. Dennoch schließt er eine Überraschung nicht aus: „Letztes Jahr war es auch kein Ziel von mir und plötzlich ging es um den Sieg in der Gesamtwertung. Falls es so weit kommt, bin ich bereit, alles dafür zu tun.“

Beaver creek als erster schritt

Im Dezember 2025 konnte Hächler in Beaver Creek seine ersten Weltcuppunkte holen. Der 19. Platz im Riesenslalom war eine Erleichterung nach einem schwierigen Saisonstart mit einer Verletzungspause. „Es war eine Erlösung. Trotzdem habe ich mich zu diesem Moment noch immer nicht ganz wohl auf den Riesenslalom-Skiern gefühlt.“

Vergleiche mit odermatt – ein stolperstein?

In der Vergangenheit wurden aufgrund seiner starken Leistungen in der Jugend große Erwartungen in Hächler gesetzt und er wurde oft mit Marco Odermatt verglichen. Der 22-Jährige möchte diese Vergleiche jedoch nicht hören: „Ich freue mich nicht über solche Vergleiche, es stört mich eher. Ich versuche, diese nicht zu beachten. Im Hinterkopf spielt es aber trotzdem eine Rolle - vor allem, wenn es einmal nicht läuft.“ Er versteht zudem nicht, woher diese Vergleiche kommen, da er niemandem etwas nachmachen möchte.

Olympische träume und die nächste generation

Hächler blickt jedoch optimistisch in die Zukunft. Wann er realisiert hat, dass eine Karriere als Spitzensportler möglich ist, kann er nicht genau sagen. „Schon früh wollte ich Skirennfahrer werden, diesen Traum gibt es bereits lange. Aber einen konkreten Moment, in dem ich daran zu glauben begann, gibt es nicht.“ Die Olympischen Spiele 2030 sind ein ferner Traum, doch er konzentriert sich lieber Saison für Saison auf seine Ziele. Er sieht in Livio Hiltbrand und Alessio Miggiano vielversprechende Kandidaten für zukünftige Olympische Spiele. „Livio ist ein guter Freund von mir, es wäre daher ein Traum für mich, gemeinsam mit ihm um das Podest zu fahren.“