Leclerc rast im boxengang: bremsen-fehler, den er selbst riskierte
Der Monegasse hätte es verhindern können. Charles Leclerc schlitterte am Sonntag in die Streckenbegrenzung von Monaco, weil drei seiner vier Bremsen kaum noch bissen. Die Lösung lag im eigenen Boxenlager – und wurde von ihm selbst auf die nächste Woche vertagt.
„Drei von vier bremsen funktionierten nicht“
So lautete das Urteil des Piloten noch vor dem Helm ab. Die SF-26 war beim Restarts nach Lance Strolls Unfall plötzlich eine Kugel auf Eis, weil die Hinterachse und die rechte Vorderseite zu kalt blieben. Die Temperaturfenster der Brembo-Carbonsscheiben rutschten unter die Schwelle, bei der Reibung zuverlässig wird. Ergebnis: keine Verzögerung, nur noch Metallschrott und ein zerborstenes Heimspiel.
Doch die Ironie ist bitter. Ferrari hatte vor der Partie in Monaco ein Update für das regenerative Bremssystem parat, das genau dieses Temperaturszenario abfedert. Lewis Hamilton setzt es seit drei Rennen ein – ohne Murren. Leclerc wollte es sich in seiner engen Heimatstadt „ersparen“, um nicht mit neuen Parametern zu experimentieren. Die Rechnung ohne die Streckenwirtin gemacht.

Brembo reagiert mit diplomatischer kälte
Am Abend schickte der italienische Zulieferer eine knappe Notiz heraus. „Brembo und Ferrari arbeiten seit über 50 Jahren zusammen“, heißt es dort, „eine finale Bewertung ist vor der Datenanalyse verfrüht.“ Wenig später sickerte durch, dass die FIA an diesem Wochenende aus Sicherheitsgründen die elektrische Leistung der MGU-K gedrosselt hatte. Weniger Rekuperation bedeutet weniger thermische Last auf der Hinterachse – und damit eine Bremse, die selbst in Monte Carlo nicht warm wird.
Ferrari muss nun klären, warum nur eine der beiden roten Autos litt. Die Sensordaten werden heute in Maranello mit Brembo-Ingenieuren ausgewertet. Fakt ist: Leclerc hatte die Lösung in der Hand und legte sie beiseite. In Barcelona zeigt sich, ob er sie jetzt nimmt – oder ob die nächste Heimniederlage schon vorprogrammiert ist.
