Lakers-coach lundskog zündelt vor dem 7. spiel: «wir kommen, um herzen zu brechen»

Die National League kocht – und Johan Lundskog dreht an der Hitze. Vor dem entscheidenden Spiel 7 zwischen den SCRJ Lakers und dem HC Fribourg-Gottéron zieht der schwedische Trainer der St. Galler mit einem Satz die Schlagzeile an sich: «Der ganze Druck liegt auf Fribourg. Wir fahren hin, um dort Herzen zu brechen.»

Ein siebtes spiel ist kein fußball, es ist ein gemetzel

Ein siebtes spiel ist kein fußball, es ist ein gemetzel

Lundskog kennt die Codes. Er weiß, dass ein Spiel 7 nicht gewonnen wird mit Taktik allein, sondern mit Nerven aus Stahl und einem Publikum, das erst schweigt und dann brüllt. Die Lakers haben in dieser Saison acht der zehn Direktduelle gegen die Gottéron gewonnen – und doch sind sie heute die Außenseiter. Warum? Weil Fribourg zu Hause in einer «Belle» selten stolpert. Und weil Julien Sprunger, der Captain der Saanestädter, nach dieser Saison aufhört. Ohne Titel. Vielleicht für immer.

Die Arena von Fribourg ist ein Kessel, der schon um 17 Uhr kocht. Die Fans der Gottéron schwengen Banner mit Sprunger im Kreuzritter-Look. «Eine letzte Schlacht», steht darauf. Doch hinter der Bande steht ein anderer Schwede: Roger Rönnberg. Er kam im Sommer und sagte sofort: «Ich will Meister werden.» Kein «wir versuchen», kein «vielleicht». Eine Ansage. Seitdem redet ganz Fribourg vom Titel – und genau das nutzt Lundskog als Munition.

Die Lakers haben nichts zu verlieren. Sie sind das ungeliebte Kind der Liga, das Team aus dem Bürostandort am Zürichsee, das in jeder Saison den Untergang prophezeit bekommt. Und genau deshalb sind sie so gefährlich. «Wir spielen Freitag nicht, um an die nächste Runde zu denken», sagt Lundskog. «Wir spielen, um ein ganzes Jahr ihrer Selbstgefälligkeit zu zerstören.»

Sprinter, Checker, Torjäger – alle haben sie eine Geschichte zu erzählen. Der Finne, der im Winter fast nach Hause ging, weil seine Tochter krank war. Der Stürmer, der letztes Jahr noch in der MySports-Liga spielte und jetzt gegen Sprunger antritt. Der Goalie, der in Spiel 5 47 Schüsse wegsteckte und nach dem Abpfiff still in die Dusche ging, weil er nicht wollte, dass jemand seine Tränen sieht.

Um 20 Uhr fällt der Puck. Dann zählt kein Ranking, kein Statistik-Excel, kein «wenn wir gewinnen, dann…». Dann zählt nur, wer die Scheibe zuerst im Tor hat – und wer zuerst die Luft anhält. Fribourg will die Krone. Die Lakers wollen das Chaos. Einer wird heute Nacht ohne Träume ins Bett fallen. Der andere darf noch eine Woche weiterträumen. Die Liga blickt nach Westschweiz. Und Lundskog? Der hat schon den nächsten Satz pariert: «Wenn wir gewinnen, fliegen wir nicht nach Hause. Wir bleiben einfach dort – und warten auf den nächsten, der uns stoppen will.»