Krieg im nahen osten schlägt zurück: formel 1 streicht bahrain und saudi-arabien

Die Motorsport-Königsklasse rudert schwer zurück. Nach den US-Luftangriffen auf den Iran und der folgenden iranischen Gegenoffensive verschwinden zwei Rennen für den 12. und 19. April mit sofortiger Wirkung aus dem WM-Kalender. Bahrain und Saudi-Arabien fallen ersatzlos – die Wüste bleibt stumm.

24 Rennen wurden 22 – der april ist jetzt ein monat der leere

Die Konsequenz ist radikal: Erstmals seit 2015 startet die Formel 1 nicht in den Staaten am Persischen Golf. Die Teams verlieren zwei ihrer lukrativsten Events, die allein durch Startprämien und Hospitality-Einnahmen geschätzte 80 Millionen Dollar in die Kassen spülten. Die FIA spricht von „nicht kalkulierbaren Sicherheitsrisiken“. Hinter den Kulissen sickerte seit Freitag durch, dass Versicherer die Rennen nicht mehr decken wollten – ein wirtschaftlicher KO-Schlag.

Die Logistik versinkt im Chaos. 600 Container mit Material fahren nun wochenlang vor Anker, weil die Frachtflotten der Fluggesellschaften wegen Sperrgebieten um den Iran herum umgeleitet wurden. Mechaniker und Ingenieure buchten gestern panisch Umwege über Istanbul und Kairo, um rechtzeitig nach Miami zu kommen – die nächste Station am 3. Mai.

Wehmutlich wirkt das Bild besonders für Pirelli. Die geplanten Reifentests Ende Februar in Sakhir waren bereits abgeblasen, weil die Rangelei zwischen Washington und Teheran eskalierte. Jetzt fehlt auch der Grand Prix, der den Italienern traditionell wichtige Hochgeschwindigkeitsdaten liefert. Ein Techniker fluchte gestern: „Wir fahren blind in die Europa-Saison.“

Der iran-konflikt trifft ein sportimperium, das sich nie politisch versteckte

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Seit 2004 gastiert die Formel 1 in Bahrain, 2021 folgte Saudi-Arabien – beide Veranstalter zahlen nach Brancheninsidern pro Rennen rund 55 Millionen Dollar an die Zentrale in London. Die Deals liefen über 2032 bzw. 2030. Katar und Abu Dhabi stehen noch auf dem Programm, doch die Rennställe bereiten intern Notfallpläne vor: Sollten die Spannungen weiter eskalieren, droht ein vorzeitiges Saisonende nach Suzuka.

Die Fahrer reagieren mit gemischten Gefühlen. Lewis Hamilton twitterte lediglich ein Peace-Zeichen, während Max Verstappen in der Fahrerbriefing-Whatsapp-Gruppe schrieb: „Erst fehlen die Fans, jetzt die Strecke – irgendwann fehlt uns die Luft.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 22 statt 24 Läufe bedeuten rund 200 Millionen Dollar weniger TV-Pool-Geld, Sponsoren fordern Rabatt, und die Aktie von Liberty Media fiel gestern vorbörslich um 4,3 Prozent. Die Formel 1 mag sich global nennen, doch wenn Raketen über dem Golf fliegen, bleibt selbst der schnellste Sport stehen.