Kimi antonelli feiert ayrton senna – und verrät seine bologna-liebe

Imola, 21. März 2026, 21:10 Uhr: Kimi Antonelli tritt durch die Seitentür des Museo Checco Costa, Kamelhaar-Cape, Nummer-12-Kappe, und die 310 Gäste halten den Atem an. Sie sind gekommen, um Ayrton Sennas 66. Geburtstag zu feiern – doch der 19-jährige Shooting-Star aus Affalterbach ist der Mann der Stunde.

„Wow, was für eine Bühne“, sagt er leise, während auf der Leinwand Bilder von ihm an Sennas Grab in Morumbi laufen – ein gelbes T-Shirt, ein Buch, eine Geste der Hingabe. Antonelli trägt seit Jahren die 12, weil Senna sie trug. Gestern trägt er sie vor 310 Menschen, die alle wissen: Der nächste Grand Prix in Suzuka steht an, und mit ihm die Frage, ob Mercedes’ Hoffnung endlich den ersten Sieg einfährt.

Die nummer 12 ist keine zufallswahl

„Ich habe als Kind nicht nur den Speed verehrt, sondern die Haltung“, erklärt er, nachdem er die zwei Minuten lange Hommage an sich selbst schweigend verfolgt hat. „Ayrton hat Brasilien gelebt, er hat für die Menschen gekämpft. Ich will das auch – nur mit meinem Stil.“ Die Stimme bricht nicht, aber sie wird rauer. Mutter Veronica wartet hinter der Kulisse, Tränen in den Augen. „Als ich ihn weinen sah, wusste ich, dass er verstanden hat, was Rennfahren kostet“, sagt sie später.

Die Veranstaltung „Happy Birthday Ayrton“ ist mittlerweile eine Institution: VIP-Tickets ab 250 Euro, Erlös an die IAS-Foundation. Giancarlo Minardi erzählt, wie Senna damals im Motorhome saß und nach Tipps fragte, die nichts mit Aerodynamik zu tun hatten. „Er wollte wissen, wie man Menschen bewegt“, sagt Minardi. Antonelli nickt, als hätte er die Frage schon selbst gestellt.

Bologna statt lazio – der nebenkick wird zum statement

Bologna statt lazio – der nebenkick wird zum statement

Dann der Schnappschuss: Ein Fan ruft „Forza Bologna!“ – und Antonelli lacht laut. „Tanta roba, eh!“ Die Kurve hat sich die Antwort nicht ausgedacht. Der Italiener mit deutschem Pass erklärt sich spontan zum Rossoblù-Tifoso, weil der Klub „dieses Underdog-DNA“ habe. Ob er ins Stadio kommt, wenn Lazio gastiert? „Keine Chance, ich fliege schon am Montag nach Japan.“ Die Botschaft: Erst Suzuka, dann vielleicht Serie A.

Draußen wartet ein schwarzer Mercedes-AMG mit italienischem Kennzeichen. Die Tür springt auf, Antonelli winkt kurz, steigt ein, lässt die Fensterscheibe runter. „Ich will den ersten Sieg, klar. Aber ich will auch, dass die Leute später sagen: Er hat den Sport nicht nur gefahren, er hat ihn verstanden.“ Der Wagen rollt davon, Richtung Tamburello-Kurve, wo Sennas Story endete – und wo Antonellis neue beginnen soll.