Kiel mit euphoriebremse? duell gegen schlusslicht münster steht an
Holstein Kiel will den Schwung aus dem Sieg in Bochum nutzen, doch das Duell gegen das abstiegsbedrohte Preußen Münster verspricht keine einfache Aufgabe. Mit einem neuen Trainer an der Seitenlinie wollen die Gäste für eine Überraschung sorgen – und Tim Walter hat sich bereits auf einen Kampf eingestellt.
Die störche auf relegationskurs – münster braucht dringend punkte
Nach dem 3:2-Erfolg in Bochum hat Kiel den Vorsprung auf die Gefahrenzone auf 28 Punkte ausgebaut und den Relegationsplatz fest im Blick. Die Stimmung im Team ist dementsprechend gut, wie KSV-Coach Tim Walter auf der Pressekonferenz verdeutlichte: „Die Jungs glauben wieder daran, dass sie Spiele gewinnen können.“ Dieser Glaube, diese neu gewonnene Energie, soll nun gegen Münster auf den Rasen gebracht werden.
Doch Walter scheut sich vor Superlativen. „Euphorie ist das Beste, was man überhaupt auslösen kann“, so der Trainer, „Warum soll man da auf die Bremse treten? Das wäre der falsche Ansatz.“ Stattdessen will er den Schwung beibehalten und im Heimspiel gegen Münster einen weiteren Schritt in Richtung Relegation gehen. Ein Sieg würde nicht nur den Abstand zum Tabellenende auf fünf Punkte vergrößern, sondern Kiel auch einen Sprung bis auf den 11. Platz ermöglichen.

Schwartz-effekt in münster: hoffnungsträger alois schwartz
Das wird jedoch kein leichter Brocken. Auch Preußen Münster hat mit der Verpflichtung von Alois Schwartz einen neuen Impuls gesetzt. Der 50-jährige Trainer gilt als „Fachmann“ und könnte bei den Gästen für eine „gewisse Euphorie“ sorgen. Walter ist sich bewusst, dass seine Mannschaft sich auf einen Gegner einstellen muss, der mit aller Macht kämpfen wird. „Sein Pendant wird seine Schützlinge auf das Duell einschwören, mit allen Nickligigkeiten, die man im Fußball so braucht.“
Besonders gefährlich ist, dass Münster auch mit dem Ball gut umgehen kann, wie Walter betonte. „Es geht letztendlich darum, was wir und welche Automatismen und Prinzipien wir auf den Platz bringen – und dass wir unser Engagement und unsere Euphorie dann auch im Stadion breit treten.“ Die KSV muss sich also auf ein taktisch ausgeklügeltes und körperlich robustes Münster einstellen.
Personell muss Walter weiterhin auf die verletzten Alexander Bernhardsson und Marco Komenda sowie den gesperrten Umut Tohumcu verzichten. Wie genau die Spielweise von Münster unter Schwartz aussehen wird, bleibt abzuwarten. „Das ist etwas schwieriger, das ist korrekt“, räumte Walter ein, „aber wir konzentrieren uns darauf, unser eigenes Spiel durchzusetzen.“
Die Unsicherheit über die Taktik des Gegners ist zwar vorhanden, doch Walter ist zuversichtlich: „Es zählt, dass wir unsere Stärken auf den Platz bringen und unsere Fans begeistern.“ Denn eines ist klar: Der Kampf um die Punkte wird bis zum Schluss dramatisch sein. Die Störche müssen ihre Euphorie kanalisieren und in einen Sieg verwandeln, um ihre Position in der Tabelle zu festigen.
