Horizon automotive zieht nach der facile.it-übernahme die nächste wachstumswelle auf

Kaum halb Jahr nach der Übernahme durch Facile.it schickt sich Horizon Automotive an, die italienische Autovermietbranche neu zu vermessen. 10.000 Bestellungen pro Jahr, 21 Millionen Euro Umsatz 2025, ein Netz von 65 Händlern und 19 Stores in 18 Regionen – das sind keine Prognosen, sondern schon jetzt harte Tatsachen, die Gründer Luca Cantoni gestern im Herzen Mailands vorrechnete.

Ein 5-jahres-sprint, der 27.000 autos versiegelte

Seit 2020 hat Horizon 27.000 Leasingverträge abgeschlossen, die Mehrheit über eine proprietäre KI-Plattform, die Preise, Laufzeit und Restwert in Echtzeit verzahnt. Das System treibt nicht nur das Volumen, sondern auch die Deckungsmärge – Händler erhalten qualifizierte Leads statt kalte Telefonlisten. Cantoni nennt das „ökonomische Schach statt Ping-Pong mit Rabattaktionen“.

Die nächste Stufe: Versicherungs- und Finanzdienstleistungen kommen ins Portfolio, integriert über Facile.it. Kunde sucht online einen Seat Leon, klickt sich durch Tarifrechner, unterschreibt digital – und der Vertrag läuft trotzdem über den lokalen Partner, der für Probefahrt und Übergabe zuständig bleibt. So entsteht ein Hybrid, der Online-Preise mit stationärer Nähe koppelt.

2026 Bis 2028: mehr marke, mehr geografie, mehr daten

2026 Bis 2028: mehr marke, mehr geografie, mehr daten

Bis 2028 will Horizon die Händlerbasis auf 120 Standorte verdoppeln und mit fünf Herstellern exklusive Pakete schnüren – Stichwort „White-Label-Leasing“ für Modelle, die sonst im Konzernnetz untergehen. Parallel fließen Telemetriedaten der Flotte in die Preisgestaltung: Wer sein Auto 8.000 statt 15.000 km jährlich fährt, spart spürbar. Cantoni: „Wir machen aus Fahrverhalten echtes Geld, nicht aus Strafzahlungen.“

Die Strategie wirkt wie ein Sechstaktmotor: Je mehr Daten, desto günstiger die Konditionen – desto mehr Kunden, desto mehr Daten. Ein Kreislauf, der etablierte Player wie Leasys oder Alphabet Italia vor Probleme stellt, weil deren Systeme auf starren Kilometerpaketen beruhen.

Und das ist nur die Halbzeit. Cantoni kündigt an, 2025 erstmals auch Batteriemieten für E-Autos anzubieten und damit das letzte Preisargument gegen Elektromobilität zu entschärfen. Die Rechnung: 80 Euro monatlicher Akku-Abschlag statt 8.000 Euro Kaufpreisaufschlag – ein Betrag, den selbst sparsame italienische Kleinbetriebe sofort verstehen.

Am Ende des Tages steht eine Zahl, die Mailand zum Zittern bringt: 50 Millionen Euro konsolidierter Umsatz bis 2028. Nicht weil es ein schönes Rundes ist, sondern weil dann Horizon nicht mehr nur ein Startup ist, sondern der Maßstab für jeden, der in Italien ein Nummernschild vermietet.