Hamilton und leclerc liefern sich krimi in china – ferrari-teamduell wird zum rennspektakel
Als hätten sie den Zeitplan des Grand Prix von China selbst geschrieben, lieferten sich Lewis Hamilton und Charles Leclerc einen Zweikampf, der alle anderen Storys auf die hinteren Plätze verdrängte. Rad-an-Rad, Stoßstange an Stoßstange, sogar ein leichter Schlenker – ein „Kuss“, wie Hamilton nach dem Rennen lachte – gehörten dazu. Wer dachte, Ferrari fahre nur hinterher, wurde eines Besseren belehrt: Die Scuderia war das einzige Team, das Mercedes zumindest kurz ins Schwitzen brachte, bevor sich Hamilton und Leclerc selbst als größte Rivalen entlarvten.
Die Zuschauer jubelten, die Funkverkehr-Mitschnitte gingen viral. Leclerc, frisch geduscht, strahlte: „Es hat echt Spaß gemacht – ich weiß nicht, ob das Team das auch sagt.“ Hamilton nickte: „Das war faires, hartes Racing. So muss Formel 1 sein.“ Dabei war der Brite erst seit Monaten Teil des Ferrari-Kaders, doch schon jetzt liefert er mit Leclerc ein Remake der legendären Prost/Senna-Duelle.
Vasseur zwischen herzinfarkt und pr-triumph
Teamchef Frédéric Vasseur gestand hinterher ein, dass er „manchmal ein bisschen Angst“ gehabt habe. Dann lachte er und fügte hinzu: „Aber ich traue meinen Jungs. Und es wäre unfair gewesen, sie zu bremsen.“ Die Zahlen geben ihm recht: Ferrari kassierte 27 Sekunden Rückstand auf Sieger Russell, hatte aber 29 Sekunden Vorsprung auf Verfolger Bearman. Das Podest war intern vergeben, die Frage nur: Wer darf zuerst draufsteellen?
Am Ende setzte sich Hamilton durch – sein erstes Podest im Roten. Leclerc gratulierte mit Handschlag und einem Seitenhieb: „Dieses Wochenende war er stärker. Nächstes Mal drehe ich den Spieß um.“ Die neue Aerodynamik-Regel scheint das Duell angeheizt zu haben: Überholmanöver funktionieren nicht nur am Ende der Hauptgeraden, sondern auch im Mittelstück, wo früher nur Luft war. „Die Autos sind zwar schwerer, dafür aber auch verspielter“, analysierte Leclerc.

Die lektion vom shanghai-krimi
Mercedes dominiert weiter, klar. Doch wer glaubte, Ferrari fahre nur die Statistenrolle, wurde überrascht. Die Scuderia liefert Entertainment, Selbstbewusstsein und – ja – interne Spannung. Hamilton vs. Leclerc ist kein Marketing-Gag mehr, sondern ein Rennherd, der bis Saisonende brodeln wird. Die Fans jubeln, die TV-Quoten klettern, und Vasseur? Der kann sich zurücklehnen – vorausgesetzt, seine beiden Alpha-Tiere bleiben auf der Strecke und nicht im Kiesbett. Nächster Halt: Suzuka. Die Revanche ist schon jetzt angekündigt.
