Gino paoli raste mit ferrari und porsche in den tod – seine letzte fahrt endet 2026

Der Mann, der Italiens Popmusik erfand, starb mit 91 Jahren – und hinterließ eine Garage voller Blechmythen. Gino Paoli wurde am 24. März 2026 in Genua tot aufgefunden, am Steuer seiner Hybrid-Lexus, Hand am Schaltknüppel, Blick aufs Ligurische Meer. Die Rettung kam zu spät. Die Nachricht traf die Fußballwelt wie ein Ellbogencheck: Genoa CFC postete binnen Minuten „Il tempo di cantare insieme è finito“, und die Tifosi stürmten die Curva Sud mit roten Rosen und Autoschlüsseln in den Händen.

Von der austin-healey zur 275 gts – ein leben in vollgas

1962 kaufte sich Paoli für seine ersten Tanti eine Austin-Healey 3000 MkII, lackiert in British Racing Green. Er verkokelte den Motor auf der Via Aurelia, weil er vergaß, Öl nachzufüllen. Statt zu weinen, bestellte er direkt eine Ferrari 275 GTS. Am 4. Juli 1965 raste er damit bei 180 km/h gegen einen Platanenbaum in Mailand. Der Wagen war Totalschaden, Paoli überlebte mit einem Bein voller Titanstiften. Die Replik des Wracks hängt heute im Museo Ferrari – Teil der Sonderausstellung „The Greatest Hits“, die Besucherströme seit Wochen in Rekordzahl nach Maranello lockt.

Danach folgte eine Lamborghini Miura in Arancio, eine Porsche 911 S aus dem ersten Baujahr und eine Lancia Flaminia GT Coupé Touring, die er nur nachts fuhr, weil sie tagsüber in der Sonne zu laut glänzte. Für Tourneen nutzte er diskrete Mercedes 280 SE, doch auf den Rückwegen von Sanremo nach Genua trat er das Gaspedal durch, bis die Polizei ihn nur noch mit einem Kopfschütteln durchwinkte.

Crash mit todesfolge – und die patente weg

Crash mit todesfolge – und die patente weg

1962 krachte er mit einer geliehenen Fiat 1300 in Mailand frontal gegen einen Lieferwagen. Sein Beifahrer, Texter Vittorio Faber, starb noch auf der Stelle. Gerichtsurteil: sieben Monate auf Bewährung, lebenslanger Führerscheinentzug. Paoli schrieb später „Il cielo in una stanza“ – ein Lied über die Sekunde, bevor das Licht ausgeht. Die Melodie wurde zur Hymne der italienischen Beat-Ära und spültte so viel Geld in seine Kasse, dass er sich neue PS leisten konnte, auch ohne Führerschein.

Die letzte runde – hybrid statt v12

Die letzte runde – hybrid statt v12

Mit 88 Jahren entdeckte er die Lexus RX400h. „Endlich kann ich wieder legal fahren, und niemand hört, dass ich komme“, sagte er lachend dem Radiosender Rai Radio 2. Die 275 PS des SUV reichten ihm; er hatte gelernt, dass Tempo nicht nur auf der Geraden entsteht, sondern auch im Kopf. Am Tag seines Todes hatte er noch einen Kaffee in der Bar Centrale getrunken, mit der Brille auf der Stirn und dem Schlüsselbund bereits in der Hand. Die Security-Kamera zeigt, wie er gemächlich einsteigt, den Motor startet – und dann regungslos sitzen bleibt.

Die Polizei schließt ein natürliches Versagen aus, Herzinfarkt wird vermutet. Die Ferrari AG kündigte an, die 275-GTS-Replik künftig mit einem kleinen Schild zu versehen: „Gino Paoli – 1934-2026 – cantò la velocità, pagò il prezzo, insegnò a rallentare.“ Die Fans bauen vor dem Museum einen kleinen Altar aus Reifen und Gitarren. Die Motorenwelt verliert einen Kunden, der nie zu den Daten passte – und gewann, weil er sich traute, zu schnell zu leben.