Fünf wm-könige, ein start: der tag, auf dem melbourne zur königsklasse wurde

27. März 2011, Albert Park. Die roten Lichter gehen aus, 24 Turbo-Boliden schießen Richtung erste Kurve. Dazwischen: ein Quintett, das die Formel 1 bis dahin noch nie versammelt hatte – fünf Weltmeister mit zwölf Titeln im Gepäck, bereit, Geschichte neu zu schreiben.

Der blick zurück lohnt sich doppelt

Sebastian Vettel verteidigt die Pole-Position, schaltet früh durch und rast davon. Hinter ihm: Lewis Hamilton, Jenson Button, Michael Schumacher, Fernando Alonso – jeder ein Gesicht der Serie, jeder ein Champion mit eigener Fanarmee. Doch an diesem Sonntag in Melbourne ist nur einer auf Augenhöhe mit dem jungen Red-Bull-Piloten: Hamilton, der 22,8 Sekunden hinter Vettel ins Ziel kommt und trotzdem gewinnt – an Eindruck, Ansehen, Selbstbewusstsein.

Die Statistik lügt nicht: Schumacher bringt sieben Titel mit, Alonso zwei, Vettel, Hamilton und Button je einen. Addiert man die späteren Erfolge, kommen neun weitere Krönungen hinzu. Kein Wunder, dass F1-Statistiker diesen Saisonauftakt bis heute als „Royal Rumble on Wheels“ zitieren.

Melbourne war erst der auftakt eines machtwechsels

Melbourne war erst der auftakt eines machtwechsels

Vettel dominiert das Rennen, dominiert die Saison. Mit 392 Punkten – 122 Zähler vor Verfolger Button – krönt sich der Heppenheimer souverän zum jüngsten Doppel-Weltmeister der Geschichte. Doch der Sieg wirft Schatten voraus: Mercedes arbeitet am Silberpfeil 2012, McLaren installiert ein neues Aerodynamik-Center, Ferrari rudert intern um. Der nächste Kampf beginnt schon in der Boxengasse, während der Champ noch feiert.

Für die Fans vor den Bildschirmen war es mehr als ein Rennen. Es war ein Geflecht aus Erinnerung und Zukunft: Schumachers letzte komplette Saison, Alonsos letzter Anlauf mit der Scuderia vor dem Debakel 2012, Buttons beste McLaren-Jahre – und Hamilton kurz vor dem Wechsel zu Mercedes, wo er ein Imperium errichten wird.

15 Jahre später blicken wir zurück und begreifen: Der Tag in Melbourne war kein Epilog, sondern eine Blaupause. Vettel, Hamilton, Alonso – sie alle schrieben danach weitere Kapitel. Nur der Ort blieb gleich: Albert Park, wo Helden sich messen und Legenden entstehen. Die nächste Generation wartet bereits. Das Zeitfenster steht offen.