Formel-1-kalender zerfällt: bahrain und dschidda fallen – sicherheit geht vor geld

Die Bombe platzt noch vor dem chinesischen Rennwochenende: Die Grand-Prix von Bahrain und Saudi-Arabien sind Geschichte. Liberty Media zieht die Reißleine, nachdem die US- und israelischen Luftangriffe auf den Iran die Golfregion in einen Luftkorridor verwandelt haben.

Die Entscheidung fällt trotz zweier der lukrativsten TV-Verträge der Saison. Bahrain zahlt laut Branchenkreisen rund 55 Millionen US-Dollar Startgebühr, Dschidda sogar 65 Millionen. Doch wer das Geld mit dem Leben von 200 Mechanikern, Ingenieuren und Fahrern verrechnet, landet bei einer einfachen Gleichung: Null Risiko.

Logistik-krimi im fahrerlager

Logistik-krimi im fahrerlager

Die Frachtflugzeuge stehen seit Mittwoch am Flughafen Manama. Zwölf Boeing 777F voller Carbon-Chassis, Getriebe und Hospitality-Units. Der Iran schließt den Luftraum, die Emirate drosseln Slots. Ein Teamchef fluchte im Hintergrund: „Wir reden hier von 300 Tonnen Equipment, nicht von einem Umzugslaster.“

Die FIA schaltete interne Krisenstabs-Telefonate. Quelle: „Maximal drei Tage Vorlauf, um nach Suzuka umzupendeln.“ Japan winkt bereits mit einem Ersatztermin, doch Suzukas Promoter verlangt zusätzliche 18 Millionen Dollar für den Kurzfrist-Umbau der TV-Infrastruktur.

Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur nahm Stellung: „Wir sind Sportler, keine Geiseln.“ Charles Leclerc schränkt ein: „Solange die Familien nicht mitfliegen, fahren wir. Aber aktuell ist das kein Rennen, es ist ein Schachbrett.“

Red-Bull-König Max Verstappen biss sich auf Mallorca die Lippen wund: „Disastrose Tagesbilanz“ nannte er die Absage – und meinte damit die PR-Termine, nicht die WM-Punkte. Mercedes-Junior Kimi Antonelli winkt ab: „Norris behindert? Völlig irrelevant, wenn wir nicht mal starten.“

Die Rechnung ist gnadenlos. Wegfallende Startgebühren, TV-Rückerstattungen, Hospitality-Defizit: Die Formel 1 verliert rund 180 Millionen Dollar innerhalb von sieben Tagen. Doch die Image-Katastrophe wäre teurer. Sponsor „Aramco“ aus Saudi-Arabien drängt auf Krisenkommunikation, doch die britischen PR-Agenturen ziehen die Notbremse.

Die FIA wird am Freitag in Shanghai offiziell bestätigen, was intern längst feststeht: Bahrain und Dschidda 2024 sind gestrichen. Die Strecken bleiben intakt, die Asphalt-Temperaturen sinken. Die Saison wird kürzer, aber lebendiger. Und die nächste Bombe tickt bereits: Abu Dhabi im Dezember. Die Logistik-Crews haben bereits neue Frachtaufkleber gedruckt: „Via Oman statt Persischer Golf.“