Fim strafft ducati mit benzindrossel – bulegas siegesserie steht auf messers schneide
Die FIM schlägt zurück. Nach zweimal Dominanz von Nicolò Bulega in Phillip Island und Portimão senkt sie Ducati den maximalen Kraftstofffluss um 0,5 kg/h – von 45 auf 44,5 kg/h. Die Meldung kommt kurz vor dem Freitagstraining in Assen und wirft Schatten auf die bisher makellose Saison der Roten.
Warum genau ducati und warum jetzt
Die Regel ist eiskalt: Wer zu schnell ist, bekommt weniger Benzin. Analysten stellten nach den ersten beiden Läufen fest, dass die Panigale V4 im Schnitt drei Zehntel schneller pro Runde war als die nächste Yamaha. Laut FIM-Reglement reicht das für eine „Leistungsanpassung“. BMW blieb verschont, obwohl die M 1000 RR in Portimão die zweitschnellste Runde fuhr – ein Detail, das bei den Ingenieuren in Bologna für Stirnrunzeln sorgt.
Teammanager Serena Menchini war gestern kaum zu halten: „Wir haben innerhalb der Vorgaben entwickelt, jetzt werden wir nachträglich gebremst.“ Ihre Stimme zitterte nicht, aber ihre Wortwahl war messerscharf. Ducati kann nicht noch tiefer: 44,5 kg/h ist laut Reglement die absolute Untergrenze. Kein weiterer Eingriff mehr in dieser Saison – das ist das einzige, was die Italiener momentan beruhigt.

Neue pirelli-reifen könnten das gleichgewicht verschieben
Parallel zur Benzin-Debatte bringt Pirelli in Assen eine brandneue Hinterreifen-Soft-Konstruktion. Die FO298 soll längere Konstante bieten, ohne die Peak-Grip der alten SC0 zu verlieren. Testfahrer Sylvain Guintoli berichtet von 0,3 Sekunden Plus auf neun Runden – ein Wert, der in der Superpole plötzlich über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Die Japaner schauen genau hin: Yamaha und Honda behalten ihre 46,5 kg/h, Kawasaki ebenfalls. Für sie ist jede zusätzliche Grip-Fraktion ein Schritt nach vorn.
Die Zuschauerzahlen sinken, die Kritik wächst. TV-Quoten in Italien lagen beim Auftakt 18 Prozent unter Vorjahr. Fans fragen sich, warum eine Serie, die sich „Production-based“ nennt, per Hand die stärksten Bikes abschwächt. Antwort der FIM: „Wir garantieren sportliche Ausgeglichenheit.“ Klingt nüchtern, wirkt wie ein Eingeständnis, dass die Technikvorgaben selbst zu eng gewoben sind.
Bulega selbst schweigt, lässt stattdessen die Daten sprechen: zwei Siege, fünf schnellste Runden, 62 von 62 möglichen Punkten. Ob die halbe Kilo Benzin reicht, um ihn zu stoppen, entscheidet sich am Sonntag in Assen. Dann fällt die Flagge – und vermutlich auch das nächste Urteil über die SBK-Zukunft.
