Fia kippt quali-regel: jetzt dürfen die piloten wieder vollgas geben
Die Formel 1 bekommt
ihr altes Qualifying-Format zurück – zumindest ein Stück weit. Die FIA reagiert auf den Aufschrei der Fahrer und strafft die Energievorgaben für die Zeitjagd. Weniger Sparzwang, mehr Vollgas: Ab dem Japan-GP (Sonntag, 7.00 Uhr/Sky) müssen die Motorenhersteller die Rückgewinnung pro Runde auf acht statt neun Megajoule drosseln.
Warum die piloten jubeln – und verstappen dennoz rempelt
Die Piloten hatten geschlossen gemeckert: Mit den neuen Hybrid-Reglern fühlten sie sich wie auf Sparflamme, statt bis ans Limit zu gehen. Die Lösung kommt erst einen Rennzug zu spät, aber sie kommt. „Die Anpassung trägt dem Feedback Rechnung, das Qualifying als Leistungsherausforderung zu erhalten“, erklärt die FIA knapp. Übersetzt: Wer jetzt noch vom Gas geht, ist selbst schuld.
Max Verstappen lässt sich nicht einlullen. Der viermalige Weltmeister schiebt nach: „Acht statt neun Megajoule hilft ein klein wenig, aber die Grundlagen bleiben dieselben.“ Für ihn ist die Maßnahme ein Pflaster auf einer offenen Wunde. „Das ist ganz anders als früher. Für 2026 hoffe ich auf größere Änderungen.“ Klarer kriegt man die Kritik an der aktuellen Technik nicht hin.
Die Teams haben die Änderung einstimmig abgenickt – ein Novum in einer Saison, in der Einigkeit selten ist. Der Grund ist simple Mathematik: Weniger Batterie-Puffer bedeutet mehr Verbrenner-Anteil, und der lässt sich direkt über das rechte Pedal steuern. Die Ingenieure rechnen mit bis zu drei Zehnteln pro Runde, die die Fahrer wieder herausfahren können. Auf Suzukas 5,8 Kilometern kann das über Startplatz und Rennstrategie entscheiden.
Für die Fans ist die Entscheidung ein Sechser im Lotto. Die letzten Qualifyings waren geprägt von Radiosprüchen wie „Lift and coast“ und „Save the battery“. Mit etwas Glück klingt Suzuka wieder nach Ansaugrohr-Heulen und Vollgas-Auspeitschen durch die 130R-Kurve. Die FIA verspricht, das Gleichgewicht zwischen Elektro und Verbrenner zu wahren. Die Piloten winken ab: Erst wenn der Akku keine Denkpause mehr erzwingt, sind sie wieder bereit, ihre Haut für Zehntel zu verkaufen.
Der Zeitplan ist eng. Die Änderung tritt mit Freitagstraining in Kraft, die Teams haben keine Testkilometer, um die neue Energiebilanz zu verfeinern. Wer seine Einstellung trifft, holt sich vielleicht die Pole – und wer sie vermasselt, starte aus der Reihe. Suzuka wird zum Probelauf für ein neues Qualifying-Gefühl. Verstappen zieht den Helm zu: „Wir werden sehen, ob es reicht.“ Mehr Optimismus wagt er nicht – und das ist in der Formel 1 das ehrlichste Kompliment, das eine Regeländerung bekommen kann.
