Ferrari kritisiert fia: ungerechte regeländerung gefährdet startvorteil
Der Teamchef von Ferrari, Frédéric Vasseur, hat scharfe Kritik an der FIA geäußert und bezeichnete die jüngsten Regeländerungen als unfair gegenüber seinem Team. Ein technischer Schachzug, der Ferrari bislang einen entscheidenden Vorteil beim Start ermöglichte, droht nun durch die Intervention des Automobilverbands an Bedeutung zu verlieren – und Vasseur sieht seine Mannschaft benachteiligt.
Ein turbo als strategischer coup
Die Entscheidung, auf einen kleineren Turbo für den SF-26 zu setzen, war laut Vasseur eine wohlüberlegte Strategie. Im Vergleich zu Konkurrenten wie Mercedes, die auf größere Turbos setzen, ermöglichte der kleinere Turbo eine schnellere Reaktionszeit und somit einen besseren Start. „Der Kompromiss war klar: Wollten wir einen Zehntel schneller pro Runde sein oder die Startposition verbessern? Die Antwort der Ingenieure war eindeutig: Ein guter Start ist entscheidend“, erklärte Vasseur in einem Interview mit The Race.
Dieser Ansatz erwies sich in den ersten Rennen der Saison als äußerst effektiv. Ferrari-Piloten Leclerc und Hamilton profitierten häufig von einem blitzartigen Start und führten das Feld nach der ersten Kurve an. Doch dieser Vorteil war keineswegs unumstritten.

Sicherheitsbedenken und der druck der konkurrenz
Die Konkurrenz, allen voran Mercedes, nutzte die Situation, um Sicherheitsbedenken zu äußern. Ein schneller Start mit einem kleinen Turbo kann unter Umständen zu gefährlichen Situationen führen, da der Turbo erst später in der Runde seine volle Leistung entfaltet. „Es war ein intelligenter Schachzug, aber nicht unbedingt fair“, so Vasseur über die Reaktion der Konkurrenz. Er hatte bereits im Vorfeld mit der FIA über die potenziellen Risiken gesprochen, wurde aber stets darauf hingewiesen, dass die Teams ihre Fahrzeuge innerhalb der gegebenen Regeln konstruieren sollen.
Nachdem sich jedoch ein Großteil des Feldes beschwerte, ergriffen die Verantwortlichen der FIA einzugreifen und verhängten eine neue Startprozedur mit fünf zusätzlichen Sekunden vor den Ampeln. Diese Maßnahme soll allen Teams ermöglichen, den Turbo aufzudrehen und somit einen gleichmäßigen Start zu gewährleisten.
Ein bitterer rückschlag für ferrari
Für Vasseur ist diese Entscheidung ein deutlicher Nachteil. „Es ist sicherlich die ungünstigste Entscheidung für uns“, gab er zu. Er sieht darin jedoch keinen Handlungsspielraum: „Bei Sicherheitsfragen entscheidet letztendlich nur die FIA.“ Eine Alternative gewesen wäre, die Konkurrenten direkt an die Boxengasse zu schicken – eine Option, die jedoch unrealistisch war.
Mit dem Wandel der Rennen wird der Ferrari-Vorteil beim Start zunehmend schwinden. Teams wie Audi und Mercedes arbeiten intensiv daran, ihre eigenen Startfähigkeiten zu verbessern, was durch Testfahrten in Miami deutlich wurde. „Ohne diese neuen Regeln würden einige Autos noch in China stehen“, scherzte Vasseur bitter. „Es war eine wichtige Entscheidung für uns. Wir haben den Motor auf eine bestimmte Weise entwickelt, und dann wurden die Regeln in letzter Minute geändert. Das ist einfach ungerecht.“
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