Ein québec-pilot brettert mit villeneuves kult-auto durch monaco
Bertrand Godin wird beim Historischen Grand Prix von Monaco die Arrows A1 von 1978 pilotieren – das Auto, mit dem Riccardo Patrese einst die Königsklasse rockte. Der 58-Jährige ist der erste Fahrer aus Québec, der bei der Retro-WM durch die engen Armco-Pfeiler jagt. „Ich bin aufgewachsen mit dem Mythos Gilles Villeneuve. Als Kind stand ich 1978 am Streckenzaun, als diese Arrows Vierte in Montreal wurde. Jetzt sitze ich selbst darin – das ist keine Nostalgie, das ist Zeitmaschine“, sagt er nach den Testrunden auf dem Tazio-Nuvolari-Kurs in Cervesina.

Patrese gibt gas-tipps für die stadtkurve
Die beiden trafen sich in der Lombardei, um Setup und Fahrstil abzustimmen. Patrese erklärte ihm, wie man das enge Chicane-Layout vor dem Tunnel ohne Servolenkung richtig traktiert. Godin: „Er sagte: ‚Brake late, but never too late.‘ Der Sound des Cosworth-V8 ist ein Gitarrensolo auf acht Zylindern. Nach drei Runden hörst du nur noch deinen Puls.“
Der Historische GP (24. bis 26. April) gilt als Klassiker-WM in Reinform: 3,3 km, 19 Kurven, keine Auslaufzonen. Godin trainiert drei Stunden täglich im Sim und im Boxring, um die Schultern auf die Belastung vorzubereiten. „In Monaco zählt kein PS-Vorteil, nur Mut und Millimeterarbeit. Wenn du die Armco streifst, ist dein Tag gelaufen.“
Ziel? Nicht der Sieg. „Ich will jeden Meter aufnehmen, jeden Blick aufs Meer, jeden Rennkommentar in französisch und Monégassen-Italienisch. Das ist mein persönlicher Grand Slam.“
Und danach? Er träumt von Villeneuves 312 T4. „Ferrari hat die Seele des Fahrers im Carbon eingefangen. Wenn ich die einmal starte, brauche ich keine Trophäe mehr – nur ein paar Minuten, um zu verstehen, warum Gilles für uns in Québec mehr als ein Held ist.“
