Dfb-bus rollt mit 5000 namen: fans erstmals live auf mannschaftskarre
5000 Gesichter, ein Ziel: Der neue DFB-Teambus startet heute Abend in Basel mit der größten Fan-Gemeinschaft, die je eine deutsche Nationalmannschaft ins Ausland chauffiert. 20.45 Uhr, St. Jakob-Park – und auf dem Weg dorthin liest die Schweiz künftig deutsche Namen statt Nummernschilder.
Die aktion „mit dir im rücken“ macht den bus selbst zum fan
Mehr als 41.000 Bewerbungen gingen beim Deutschen Fußball-Bund ein, jetzt klebt jeder fünfte auf Karosserie und Fensterband. Die 5000 Gewinner sind keine Statisten, sondern Co-Piloten: Ihre Namen begleiten Julian Nagelsmann und seine Kicker bis zur WM 2026. Die erste Etappe ist eine 4-Kilometer-Fahrt vom Teamhotel zum Stadion – kurz genug für Selfies, lang genug für ein Statement.
Der Bus ist ein Mercedes-Benz Tourismo, umgerüstet mit Lounge-Sesseln und einer Soundanlage, die den Spielerlieder-Playlist in Surround erlaubt. Hinten drauf prangt in Blockbuchstaben „Mit dir im Rücken“ – dahinter liegen Maximilian Mittelstädt, Jamal Musiala und die restliche Elf buchstäblich im Schatten ihrer eigenen Anhänger.

Ottmar hitzfeld sitzt auf der gegentribüne – und er weiß, wie sich das anfühlt
Der 75-Jährige, der die Schweizer Nati 2008 bis 2014 coachte, kassierte damals auf dem Weg zur EM 2014 dieselbe Strecke – nur ohne Namen auf dem Bus. „Die Fans mitzunehmen, ist klug“, sagt Hitzfeld vor Ort. „Der Gegner liest schon im Stau, mit wem er es zu tun bekommt.“
Der DFB kündigt „spannende Einblicke“ an, was hinter den Kulissen passiert. Klingt nach Social-Media-Content, ist aber mehr: Die Aktion kostet keine Cent Werbebudget, weil die 5000 Gewinner ihre Tickets selbst bezahlen und dafür ins DFB-Fan-Portal einsteigen. Datenschatz statt Marketingkosten – ein Nebeneffekt, den Vereine wie Bayern oder Dortmund schon lange nutzen.
Die Schweiz empfängt die DFB-Auswahl im verkauften St. Jakob-Park, 37 500 Zuschauer, darunter 3 000 deutsche Gäste. Die Offensive um Kai Havertz und Florian Wirtz kann im Testspiel also schon mal Lärmprobe machen – aus dem Bus kommt sie direkt in einen Kessel, der ihre Namen bereits kennt.
Nach dem Abpfiff rollt der Bus zurück, die Namen bleiben. Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sind es dann 26 000 Kilometer durch drei Länder – mit 5000 Fans auf der Haut und einem Team, das plötzlich nicht nur Punkte sammeln muss, sondern auch Namen. Die Botschaft ist klar: Wer für Deutschland spielt, fährt fortan mit ganz Deutschland. Und die Schweiz war nur die erste Tankstelle.
