Da costa schlägt zurück: doppelsieg für jaguar in madrid
Antonio Felix da Costa prescht in Madrid zum zweiten Mal in Folge aufs oberste Podest – und lässt dabei sogar seinen eigenen Teamkollegen alt aussehen.
Madrid-Jarama, 23 Runden, pure Elektro-Spannung: Der Jaguar-Pilot verschlingt die Strecke, während hinter ihm Teamgefährte Mitch Evans aus dem 16. Startplatz eine Aufholjagd startet, die man so schnell nicht vergisst. Am Ende trennen die beiden Green-Cars nur 0,386 Sekunden – ein Klassiker, der Fans auf die Tribünen drückt und Ingenieure an der Boxenmauer schwitzen lässt.
Wehrlein bleibt könig, trotz fehlendem thron
Pascal Wehrlein schrammt mit seiner Porsche 99X Electric über den Asphalt und rettet sich auf Rang drei. Der Deutsche mag die Flagge nicht küssen, aber die Tabellenführung: 83 Punkte, 15 mehr als Edoardo Mortara. Die Zahl nagelt ihn weiter an die Spitze der Gesamtwertung, während seine Verfolger schon von Gen-4-Testtagen träumen.
Die Stunde des Nick Cassidy? Die dauert exakt eine Runde. Die erste Pole für Citroën in der Serie, ein historisches Brett – und dann der Absturz auf Platz 17. Die Reifen kuscheln sich nicht, die Energie läuft davon. „Wir haben die Story verkackt“, wird ein Crew-Chef später knurren.

Pit boost, attack mode, herzinfarkt
Reglement-Gewirr mit Folgen: Jeder Fahrer muss einmal rein, zwölf Sekunden an der Schnellladestation, danach ein einziger Attack-Mode zu sechs Minuten Vollgas. Strategen rechnen, Fahrer jonglieren zwischen Sparprogramm und Vollanschlag. Wer hier falsch tippt, fliegt raus – oder landet im Fernsehen, weil er den Zuschauern die Daumen drückt.
Dan Ticktum spurtet mit spezieller Cupra-Kiro-Lackierung vor heimischem Publikum, führt kurz, schlittert am Ende auf Rang vier. Pepe Martí, Madrids eigener Formel-E-Rookie, wird mit Standing Ovations belohnt – Platz neun, erste WM-Punkte, Tränen in der Box.
Jaguar jagt porsche
Die Teamwertung? Porsche führt mit 133 Zählern, Jaguar schnuppert mit 129 schon am Auspuff. Vier Punkte – das ist in der Straßenkampf-Meisterschaft weniger als ein Reifenschaden. Der Druck kocht, die Ingenieure schalten Nachtschicht frei.
Und weiter geht’s: Anfang Mai warten zwei Rennen in Berlin. Tempelhofer Wind, engste Kurven, neue Reifenmischung. Da Costa brennt darauf, seine Serie fortzusetzen. Wehrlein will endlich wieder gewinnen. Wer zuletzt lacht, tanzt auf dem Podest – oder bucht den Urlaub früher.
