Camilla und dana galli sterben bei frontalcrash – eine familie, ein schicksal

Die italische Langlauf-Hoffnung Camilla Galli (23) und ihre 14-jährige Schwester Dana haben die Heimfahrt nach Livigno nicht überlebt. Ihre Volkswagen Polo krachte am frühen Abend auf der Provinzstraße 510 nahe Iseo frontal in einen entgegenkommenden Kia Ceed. Die Aufprallgeschwindigkeit war so heftig, dass beide Fahrzeuge nur noch als Metallwrack zu erkennen waren. Die Feuerwehr musste die Schwestern bergen – für die Ärzte kam jede Hilfe zu spät.

Eine familie in tiefer trauer

Camilla und Dana waren die Schwestern von Teo Galli, der als Fixpunkt der italienischen U23-Staffel gilt und erst vor wenigen Monaten beim Sprint der U23-WM in Lillehammer auf Platz vier fuhr. Die Nachricht vom Tod seiner beiden Schwestern lässt die Wintersportgemeinde Livigno erstarren. Bürgermeister Remo Galli – nur entfernt verwandt – verneigt sich: „Worte versagen angesichts solcher Leere. Wir halten still und tragen das Schweigen wie einen Mantel.“

Dana trainierte vier Mal pro Woche in der Loipe oberhalb von Livigno und galt als Rohdiamant des Nachwuchsprogramms der Federazione Italiana Sport Invernali. Camilla hatte nach dem Abitur die Wettkampfbahn verlassen, um Sportwissenschaften in Mailand zu studieren, blieb der Schnee aber dennoch treu. Freunde erinnern sich: „Sie hat Teo die Skiwachse geschmiert, wenn er vor den Weltcupstarts zitterte.“

Spuren der tragödie auf asphalt

Spuren der tragödie auf asphalt

Erste Rekonstruktionen der Polizei Iseo deuten darauf hin, dass die Polo-Ausfahrt von Camilla in die Gegenfahrspur geriet. Der 64 Jahre alte Fahrer des Kia, Mitglied eines Radsportteams, kam aus Richtung San Felice del Benaco und konnte nicht mehr ausweichen. Er liegt schwerverletzt im Krankenhaus Brescia, außer Lebensgefahr. Staatsanwaltschaft Brescia hat beide Fahrzeuge sichergestellt und ermittelt wegen fahrlässiger Tötung zweifachen Grades.

Die Unfallstelle an der SP 510 ist eine 80-Kilometer-Kehre mit schlechtem Sichtfeld – ein Streckenabschnitt, den die Galli-Schwestern seit Jahren zur Saisonvorbereitung passiert hatten. Diesmal endete die Route in einem Bild aus zertrümmertem Blech und einem kleinen Schneeflocken-Anhänger, der noch am Rückspiegel der zerbeulten Polo baumelte.

Der Skiclub Livigno hat das nächste Trainingslager abgesagt. Stattdessen tragen die Sportler schwarze Bänder über den Skianzügen. Teo Galli wird in zwei Tagen wieder auf die Loipe steigen – diesmal, um für seine Schwestern zu laufen.