Bradl warnt vor motogp-katastrophe: „höchste eisenbahn, zu reagieren"
Stefan Bradl hat genug gesehen. Der frühere Moto2-Weltmeister und Honda-Testfahrer spricht Klartext vor dem deutschen Grand Prix auf dem Sachsenring: Die Königsklasse steht am Abgrund. Zu viele Stürze, zu wenig Sicherheitsräume, Maschinen, die dem menschlichen Reflex entwachsen sind. Die Reduzierung auf 850 Kubikzentimeter für die Saison 2027 kommt für den 36-Jährigen nicht einen Moment zu früh.
Die brutale wahrheit über die aktuelle generation
„Man hat generell das Limit auf allen Strecken ausgereizt", sagt Bradl im SID-Interview. Die Kombination aus 1000-Kubik-Motoren, aerodynamischen Flügeln und elektronischen Helferlein treibt die Kurvengeschwindigkeiten in Bereiche, für die die alten Kurse nicht gebaut wurden. Barcelona, Assen, Mugello – überall das gleiche Bild.
Die Verletztenliste ist lang. Àlex Márquez flog in Barcelona spektakulär ab, Marco Bezzecchi in Assen. Beide hätten beinahe die Streckenbegrenzung getroffen. „Bei solchen Crashes sieht man das ganze Problem", sagt Bradl. Die Reaktion des Reglements läuft hinter der Technik hinterher.

Erste schritte, die nicht reichen
Die Front-Start-Devices sind Geschichte – zumindest beim Start in den Niederlanden. Am Sachsenring vergrößert man den Abstand zwischen den Startplätzen um einen Meter. Bradl nickt wissend: „Man versucht, ein bisschen entgegenzuwirken."
Aber das ist Pflaster auf einem gebrochenen Bein. Die wirkliche Wende soll die kleinere Hubraumklasse bringen. Weniger Leistung, weniger Geschwindigkeit, mehr Kontrolle. Bradl selbst darf die neue Honda 850er vor der Saison 2027 testen. „Ein paar Funktionstests sind geplant", sagt er lakonisch. Die Vorfreude auf „ein bisschen Tracktime" klingt fast wie Ablenkung von der schweren Last seiner Warnung.
Die MotoGP hat ein Tempoproblem. Und Stefan Bradl ist der Mann, der es ausspricht, bevor die nächste Katastrophe passiert.
