Bitter bleibt: stuttgart sichert sich titel-garant bis 2030
Konstantin Bitter zieht die Schraube fest an. Drei Jahre Vertragsverlängerung, keine Ausstiegsklausel, kein Zögern. Allianz MTV Stuttgart bindet den Meister-Coach über 2030 hinaus – und signalisiert damit, dass der Klub nicht nur die Volleyball-Bundesliga dominiert, sondern künftig auch Europas Thron besteigen will.
Der 36-jährige liefert – und kassiert sofort vertrauen
Nach dem nationalen Triple 2023 (Meisterschaft, Pokal, Supercup) steht Stuttgart aktuell wieder an der Tabellenspitze. 16 Siege in 18 Spielen, Satzverhältnis 48:9 – Zahlen, die selbst beim Rekordmeister Schweren fallen lassen. Geschäftsführer Aurel Irion schwärmt von „klarer Identität“ und „großer Leidenschaft“, doch hinter den Kulissen wissen alle: Der nächste Umbruch kommt. Stuttgart verliert Libera Hanna Orthmann, Diagonalspieler Kimberly Drewniok fragt sich, ob sie nach der Rückkehr aus Padua sofort wieder Startplatz-Garantie bekommt. Bitter muss neu mischen – und bekommt dafür Rückendeckung bis 2030.
Der Coach selbst redet den Frauen ein, dass „Identität nicht an Namen hängt“. Gemeint ist: Wer nicht bereit ist, sich in die Defensive zu verbeißen, fliegt. Beobachter wissen: Bitter kann brillieren, weil Sportdirektor Arne Delfs ihm in den vergangenen beiden Transferfenstern jede Wunschkarte erfüllte. Budget? Laut Vereinskreisen rund 1,8 Millionen Euro pro Saison – Spitzenwert in der VBL, nur Dresdner SC liegt noch darüber.

Playoffs starten am 21. märz – stuttgart will halbfinale binnen drei spielen
Die Gegner für das Viertelfinale schielen auf Schwächen, doch die gibt es kaum. Empfang-Quote 62 %, Angriff erfolgreich zu 54 % – beide Liga-Bestwerte. Kritiker munkeln, dass Bitters System auf US-Nationalspielerin Kelsey Robinson-Cook fixiert sei; fiele die Diagonal-Außen aus, fehle die zweite Angriffsoption. Der Coach lacht das weg: „Wir haben fünf Spielerinnen, die 20 Punkte machen können. Unsere DNA ist Flexibilität.“
Neue Zielmarke: Erstes Final Four der Champions League 2027. Stuttgart scheiterte 2024 im Viertelfinale an Eczacibei Istanbul, diesmal soll wenigstens das Halbfinale her. Dafür stockt der Klub das Scouting-Team auf, ein Data-Analyst aus dem Basketball-Bundesligisten rückt nach. Bitter: „Wir wollen international nicht mehr mit, sondern vorne mit.“
Verdienter Nebeneffekt: Mit der Vertragsverlängerung zieht Stuttgart die nächsten Talente an. Die U-20-Nationalspielerinnen Jette Schrag und Lina Alsmeier haben schon signalisiert, dass sie 2026/27 gern in die Schleyerhalle wechseln würden. Der Kreis schließt sich: Identität zieht Identität nach. Für Bitter beginnt jetzt die eigentliche Arbeitswoche – 2030 gibt ihm Zeit, aber keine Gnade.
