Audi schlägt zurück: punkte statt pannen in melbourne

Audi ging als Gejagter, kein Jäger – und fuhr dennoch als Sieger vom Grid. Gabriel Bortoleto riss zwei WM-Punkte aus dem Chaos, nachdem Nico Hülkenberg wegen eines Blackouts in der Datenleitung noch vor dem Start zur Garage rollte.

Ein wochenende, das mit pech begann und mit selbstbewusstsein endete

Ein wochenende, das mit pech begann und mit selbstbewusstsein endete

Der Halt kam aus dem Nichts. Telemetrie weg, Display dunkel, Mechaniker mit finsteren Mienen. Hülkenberg stieg aus, schüttelte nur den Kopf. Gernot Döllner, Audi-Boss, stand zwei Meter daneben – sichtbar schluckend. Die deutsche Premiére drohte, zur Farce zu kippen.

Doch im Boxengarten wurde innerhalb von Minuten umgeschaltet. Statt Jammern: Kanonenfutter für Bortoleto. Der Brasilianer war in Q3 gefahren, Startplatz zehn – schon da hatte er Zweifler verstummen lassen. Im Rennen dann das Aufbäumen: früher Stopp, Safety-Car-Geschenk, Reifen frisch wie Rasierklingen. Ocon und Gasly hatte er im Anschluss wie Slalomstangen stehen lassen.

Platz neun lautete die Zieldurchsage – zwei Punkte für ein Team, das vor drei Jahren noch als Sauber-Bastler galt. Die Ingenieure jubelten, als hätten sie Monaco gewonnen. Dabei war es nur Melbourne, Runde drei von 24.

Die Lehre: Audis Abtriebssystem funktioniert, der Windkanal lügt nicht, und Bortoleto hat Nerven aus Carbon. Hülkenberg wird in Imola zurückschlagen – dann mit funktionierender Datenleitung und einem Lächeln, das diesmal länger hält.