Antonelli löst hamiltons 17-jahre alten rekord ab – und muss jetzt zur fahrschule

19 Jahre, 216 Tage, eine WM-Führung – und einen Startfehler, der Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Hand über die Stirn fahren lässt. Kimi Antonelli ist nach Suzuka der jüngste Tabellenführer der Formel-1-Geschichte, doch sein erster Gedanke gilt der Kupplung.

Der start, der fast alles kaputtmachte

Qualifying-Sieg, perfekte Strategie, Safety-Car-Glück – vergessen, wenn Antonellis rechtes Bein beim Start erneut zögert. „Ich lasse die Kupplung zu früh kommen“, sagt er selbstkritisch. Wolff ergänzt trocken: „Da müssen wir wohl in die Fahrschule.“ Die Szene wiederholt sich seit Bahrain: Antonelli dreht durch, Russell neben ihm versinkt im Kiesstaub der Gedanken, während McLaren und Ferrari wie Startflugzeuge abheben.

Die Folge: Platz sechs nach dem ersten Sektor, 1,4 Sekunden Rückstand auf Piastri. Das Rennen scheint gelaufen – bis Oliver Bearman in der 180-Grad-Kehre von Suzuka die Kontrolle verliert, die Alpine-Seitenwand trifft und das Feld abrupt bremst. Safety-Car. Mercedes hat gerade Russell gewechselt, Antonelli noch nicht. Der 19-Jährige schlüpft vor dem Champion vorbei an die Spitze, während Russell am Funk flucht: „Unser verdammtes Glück wieder.“

Russells frust und der blick auf 2025

Russells frust und der blick auf 2025

Russell fährt 53 Runden hinterher, verpasst das Podium um 2,3 Sekunden. „Wir haben beide das selbe Auto, aber nur einer kriegt die Kurve“, sagt er und meint nicht die erste Haarnadel. Die interne Statistik: Antonelli holt aus drei Rennen zwei Siege, Russell steht zweimal neben dem Treppchen. Die WM-Tabelle lügt nicht – neun Punkte Vorsprung klingen nach April, sind aber ein Vorgeschmack auf ein Duell, das Mercedes seit Hamilton-Rosberg nicht mehr gesehen hat.

Antonelli selbst spielt den Coolen: „Es ist zu früh, über Titel zu reden.“ Dabei kennt er die Zahlen. 2007 schaffte Hamilton mit 22 Jahren in Barcelona das, was jetzt ein Teenager aus Bergamo nach 75 Minuten Rennzeit in Suzuka erledigt. Die Rechnung: drei Siege in den nächsten fünf Rennen, und er kann sich den Super-GA-Flug nach Imola sparen. Erst mal aber Blockunterricht in Brackley – Thema: Kupplungsmanagement.

Mercedes hat einen neuen jungen Wolf, der schon jetzt die Meute anführt. Fragt sich nur, wie lange der ältere Wolf das mitmacht.