Alonso entlässt china vor start: „probleme tauchen aus dem nichts auf“
Fernando Alonso hat das zweite Rennen der Saison schon vor dem ersten Training abgehakt. Nach dem Debakel von Melbourne reist der zweimalige Weltmeister mit leeren Händen nach Shanghai – und mit noch leerer Batterie in der Brust.
„Die Situation hat sich in den fünf Tagen seit Australien nicht verändert“, sagte der 44-Jährige am Donnerstag in der Fahrer-Presserunde. „Wir wissen nicht, woher die Vibrationen kommen, warum die Hände taub werden, warum das Auto in 300 km/h wie ein Mixer rattert. Die Probleme tauchen Tag für Tag aus dem Nichts auf.“
Stroll und alonso fuhren mit nervenschäden an den händen
Teamkollege Lance Stroll bestätigte, dass er nach 15 Runden in Melbourne keine Sensibilität in den Fingerspitzen hatte. Alonso fuhr trotzdem – und schied nach neun Runden aus. „Ich wäre schon glücklich, wenn wir am Sonntag einfach nur eine saubere Qualifying-Lap hinbekommen“, sagt er. „Punkte? Vergiss es.“
Die Zahlen sind gnadenlos: Null Punkte, zwei Ausfälle, 24 Rennen noch auf dem Kalender. Aston Martin startet mit einem Auto ins Jahr 2026, das selbst die Ingenieure nicht verstehen. Windkanal-Daten stimmen nicht mit der Strecke überein, die Aerodynamik verliert in Kurven 30 Prozent Abtrieb, und das Getriebe produziert Frequenzen, die laut FIA-Messung 130 Dezibel erreichen – vergleichbar mit einem Startender Jet.
Alonso schüttelt nur den Kopf. „Wir reparieren ein Leck, und zwei neue brechen auf. Das ist kein Entwicklungsrückstand, das ist ein Phantom.“

Neue technik-regel: motoren müssen bis 2027 geheim bleiben
Hinter den Kulissen sickert durch: Die FIA hat den Teams verboten, die neuen Hybrid-Module vor 2027 zu demonstrieren. Grund sind Sicherheitsbedenken nach ersten Testläufen in Bahrain. Ein Ingenieur von Mercedes spricht von „spontanen Turbolader-Explosionen“, ein Ferrari-Techniker berichtet von „Kabelbränden im Cockpit“. Aston Martin ist nur das sichtbarste Opfer eines Systems, das sich selbst überholt hat.
Für Alonso wird China zur Geduldsprobe. „Ich fahre seit 23 Jahren Formel 1, aber so ratlos war ich nie.“ Er lacht – ein trockenes, kurzes Geräusch. „Meine einzige Strategie: erstmal ankommen, dann schauen, ob ich die Hände noch bewegen kann.“
Am Sonntag um 8 Uhr deutscher Zeit rollt das Feld zum Warm-up. Alonso wird aufsitzen, Gas geben – und hoffen, dass das Steuer nicht wieder zu einer Schleuder wird. Die Saison ist erst zwei Rennen alt. Für Aston Martin ist sie schon jetzt ein Jahr der Scherben.
