17-Jähriger stirbt bei crash mit minicar – die nacht, die rom erschütterte

Um 2:04 Uhr knackte es auf der Via Cristoforo Colombo wie ein Peitschenhieb. Sekunden später lag eine Ligier-Mini auf dem Dach, ein 17-Jähriger leblos darin. Sein Beifahrer schrie, der Fahrer der Toyota Yaris taumelte mit blutendem Schädel. In der Dunkelheit, die die Hauptstadt seit Monaten an dieser Stelle erstickt, hatte keiner der beiden Fahrer den anderen rechtzeitig erkennen können.

Die strecke war komplett unbeleuchtet

Zeugen berichten, dass auf Höhe Mostacciano sämtliche Straßenlaternen ausgeschaltet waren – ein Detail, das die Ermittler der Polizia Locale IX Gruppo Eur jetzt aktenkundig machen. Ob der Jugendliche ohne Führerschein zu schnell unterwegs war oder der 53-jährige Yaris-Fahrer die Spur wechselte, lässt sich bisher nicht rekonstruieren. Es gibt keine Überwachungskamera und keinen direkten Augenzeugen. Nur den Freund des 53-Jährigen, der als Erster eintraf und die Rettungskräfte alarmierte.

Die Sanitäter brauchten 11 Minuten, um den Jungen aus dem Wrack zu schneiden. Er starb noch an der Unfallstelle. Der Beifahrer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, liegt auf Intensivstation im Sant’Eugenio. Der Yaris-Fahrer wurde mit Prellungen und Verdacht auf Alkoholisierung ins San Camillo gebracht – Blutprobe ergab 1,2 Promille, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Rom zählt 22 tote seit jahresbeginn

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Das ist keine Statistik, das ist ein Massengrab auf Asphalt. 22 Mal mussten Beamte Angehörige benachrichtigen, 22 Mal wurden Blumen und Fußballtrikots an Leitplanken gebunden. Die Stadtverwaltung versprach nach dem zehnten Toten bessere Kontrollen und schnellere Reparaturen defekter Beleuchtung – bis heute warten 3.700 Lampen auf Ersatz. Der Präsident der Verkehrs-Gewerkschaft Cna-Fita schlägt jetzt vor, die Colombo-Nacht für eine Woche komplett zu sperren, „um endlich zu begreifen, dass Menschenleben keine Verhandlungsmasse sind“.

Die Ligier gehörte der Mutter des 17-Jährigen. Sie hatte den Schlüssel heimlich mitgenommen, um mit seinem Freund eine Runde zu drehen. Die Mutter erfuhr es, als zwei Polizisten gegen fünf Uhr an ihrer Tür klingelten. Sie brauchte einen Krankenwagen, weil sie vor Schock zusammenbrach. Die Politik reagiert mit Schweigen – wieder einmal.

Die Unfallaufnahme ist noch nicht abgeschlossen, doch schon jetzt steht fest: Wer die Lichter ausschaltet, lässt die Stadt blind fahren. Und wer blind fährt, spielt Roulette mit dem Leben anderer. Die nächste Familie wartet schon auf den Anruf.