Aus papa wird coach: wm-quiztaxi in berlin verrät die frage, die ihn umdrehte

Das BILD WM-Quiztaxi rollte kurz vor Mitternacht über den Kudamm – und was sich hinten im alten Mercedes abspielte, war pure Magie. Maik Franz, ehemaliger Bundesliga-Verteidiger, stellte dem Berliner Familienvater Andreas M. fünf Fragen zur WM 2026. Nach der vierten zeigte Andreas die Handflächen: „Ich hab keine Ahnung mehr.“ Dann kam Frage fünf. Drei Sekunden Stille. Andreas' Antwort war falsch – und trotzdem gewann er 250 Euro. Weil er etwas viel Wertvolleres aus dem Taxi mitnahm: den Satz, der ihn ab sofort jeden Samstag auf den Rasen der C-Jugend von TSV Pelkum treibt.

Was die falsche antwort auslöste

Die Frage lautete: „Wer ist Rekordtorschütze der deutschen WM-Geschichte?“ Andreas tippte auf Miroslav Klose – korrekt, aber zu spät. Franz lachte, drückte die 250 Euro in seine Hand und fragte: „Warum kennst du den Rekord, schaffst es aber nicht, deinen Sohn zum Training zu bringen?“ Das war’s. Andreas stieg im Prenzlauer Berg aus, rief seine Frau an und meldete sich am nächsten Morgen als Übungsleiter an. Ergebnis: Plötzlich steht die komplette D-Jugend pünktlich um 09:00 Uhr auf dem Platz.

Die Szene wurde von der BILD-Kamera im Fond festgehalten und erreichte binnen zwölf Stunden über zwei Millionen Views auf TikTok. Kommentchlager im Netz: „Mehr Coaching von Ex-Profis bitte!“ und „Das Taxi braucht ganz Berlin.“

Wie das quiz funktioniert – und warum es funkt

Wie das quiz funktioniert – und warum es funkt

Die Regeln sind einfach: jeder Fahrgast bekommt fünf Fragen zur WM 2026, je richtige Antwort 50 Euro. Doch der Clou ist Maik Franz. Er stellt nicht nur Fragen, er zündet. Wenn jemand eine falsche Antwort gibt, packt er Geschichten aus seiner Karriere aus: das Aus im Achtelfinale 2010, die Kabinenpredigt von Jupp Heynckes, die Tränen nach dem Pokalsieg 2013. Die Leute steigen nicht nur mit Geld aus, sondern mit Adrenalin statt Alltagsfrust.

Während der dreistündigen Tour durch Neukölln, Kreuzberg und Mitte sprangen neun Menschen ein – drei davon meldeten sich am nächsten Tag im Verein. Die Quote? Höher als jede DFB-Social-Kampagne des vergangenen Jahres.

Die stimme hinter dem lenkrad

Die stimme hinter dem lenkrad

Fahrer Ali K. kennt die Stammfahrgäste. „Die Jungs steigen normalerweise mit Kopfhörern ein. Seitdem Maik dabei ist, bleibt keiner still.“ Er schmunzelt: „Letzte Woche hat ein Typ aus Versehen ‚Klose‘ statt ‚Großmutter‘ in die Spracheingabe seines Navis gesagt und musste lachen bis Mitte Tiergarten.“

Ali selbst hat mittlerweile einen Stapel Bewerbungsformulare für die TSV Pelkum Jugendabteilung im Handschuhfach. „Ich sag den Leuten: Du kriegst 250 Euro oder ein neues Hobby. Beides ist okay.“

Am Ende der Nacht summierte sich die Auszahlung auf 1.750 Euro, verteilt auf sieben Fahrgäste. Doch die Bilanz des Abends steht woanders: ein Papa als neuer Trainer, drei Kids mit neuen Trikots und ein Taxi, das Berlin bewegt – statt nur durch Berlin zu fahren.