Aue verspielt in mannheim alles – und das 2:1 war kein tor
Erzgebirge Aue hat am Samstag nicht nur zwei Punkte verloren, sondern auch den Glauben. Die Veilchen führten beim SV Waldhof Mannheim bis zur 81. Minute, kassierten dann aber noch das 1:2 – durch ein Tor, das es laut Bildern nie geben durfte.
Der ball war nicht drin – der schiri zählte trotzdem
In der 90. Minute prallte Terrence Boyds Schuss an die Latte, sprung auf die Linie und rollte raus. Linienrichter und Referee schauten, zögerten, entschieden: Tor. Die Gäste aus Sachsen explodierten, die TV-Bilder zeigen klar: Kein vollständiges Überqueren. Aber VAR? Gibt es in der 3. Liga nicht. Die Auer Bank tobte, Trainer Christoph Dabrowski schüttelte nur den Kopf. „Wir wurden bestohlen“, sagte Kapitän Sebastian Jakubiak, und wer die Szene sieht, versteht ihn.
Doch der Ärger über die Schiedsrichter-Entscheidung darf nicht darüber hinwegtrösten, dass Aue die Partie schon vorher zweimal hätte sicher machen können. Marcel Bär vergab in der ersten Hälfte drei Hochkaräter – einmal scheiterte er frei vor dem Keeper, einmal köpfte er aus fünf Metern drüber, einmal scheiterte er an der Hacke. Wer so viele Chancen liegen lässt, darf sich am Ende nicht wundern, wenn das Pech zurückschlägt.

Dritte niederlage in folge – abstiegszone jetzt nur noch zwei punkte entfernt
Mit 28 Punkten aus 30 Spielen rutscht Aue auf Platz 16 ab. Die Konkurrenz aus Dortmund II, Unterhaching und Mannheim – alle direkten Konkurrenten – gewannen am Wochenende. Die Restprogramm? Kein leichtes Spiel mehr. In zwei Wochen geht’s nach Dresden, danach empfangen die Veilschen den FC Bayern II. „Wir müssen jetzt alles raushauen“, sagt Dabrowski, doch die Stimme wird leiser. Die Mannschaft wirkt müde, die Ideenlosigkeit in der Schlussphase war greifbar.
Die Fans sangen bis zum Schluss, aber als der Schiri auf dem Rasen den Abpfiff pfiff, wurde es still. Die ersten Pfiffe mischten sich unter die Applaus-Spuren. Der Abstieg war schon vor Wochen Theorie, jetzt ist er Realität – und er kommt mit einem Phantomtor daher. Für Aue bleibt nur noch eine letzte Attacke: Sieben Spiele, sieben Finals. Wer so endet, darf sich nicht mehr auf Schiedsrichter-Fehler ausreden. Die eigene Chancenverwertung war das größere Problem. Ohne Bärs verschossene Dreifach-Chance hätte es kein 2:1 gegeben – eigentlich.
