Aue: shubitidze fordert würde – selbst im fall des abstiegs
Erzgebirge Aue steht vor dem Damoklesschwert des Abstiegs, doch Interimstrainer Kvicha Shubitidze behält einen kühlen Kopf. Nach der knappen Niederlage gegen Jahn Regensburg betonte er, dass seine Mannschaft auch im schlimmsten Fall mit Anstand aus der 3. Liga ausscheidet – ein Appell an die Ehre und den Stolz der Veilchen.

Die lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Acht Spiele ohne Sieg in der Rückrunde, eine Abwehr, die mehr Löcher als eine Schweizer Käse aufweist, und der Abstiegskampf, der immer düsterer aussieht. Doch Shubitidze weigert sich, den Kopf in den Sand zu stecken. "Ich bin Realist“, sagte er nach dem Spiel, „hier muss keiner Traumschlösser bauen. Aber wir werden kämpfen – bis zum letzten Atemzug.“
Die Leistung gegen Regensburg war zwar in Ordnung, das Ergebnis jedoch nicht. Aue hatte zahlreiche Chancen, den Ausgleich zu erzielen, scheiterte aber am überragenden Felix Gebhardt im gegnerischen Tor. Ein bitteres Stück, das die Hoffnung auf ein Wunder weiter schwinden lässt.
Ein junger Spieler muss lernen
Besonders schmerzhaft war der individuelle Fehler von Luan Simnica, der den Regensburgern den Weg zum Sieg ebnete. Shubitidze nahm seinem jungen Schützling die Schuld nicht ab. "Er ist noch unerfahren und muss lernen. Fehler gehören zum Lernprozess dazu“, erklärte der Coach, der in seiner Karriere selbst einige Klippen überwinden musste.
Doch es geht um mehr als nur um einzelne Patzer. Aue fehlt die absolute Überzeugung, die nötige Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Die Chancen sprachen klar für die Gastgeber, doch die Taktik war unbeständig.
Die Entscheidung wurde bereits getroffen: Statt des erfahrenen Martin Männel übernimmt ab sofort Marcel Bär die Kapitänsrolle. Ein Zeichen dafür, dass Shubitidze und Kern auf frischen Wind setzen wollen.
Am Sonntag könnte der Abstieg rechnerisch besiegelt sein, sollte der 1. FC Saarbrücken gegen Aachen gewinnen. Doch Shubitidze lässt sich nicht entmutigen. „Wir müssen unser Gesicht wahren. Wenn wir absteigen, dann mit Würde“, so der Coach. Ein stolzer Abschied, der den Fans und der Stadt Aue Trost spenden könnte.
