Aue am abgrund: shubitidze mahnt zur demut

Erzgebirge Aue steht vor dem möglichen Abgrund. Nach der knappen Niederlage gegen Jahn Regensburg wirkt die Hoffnung auf ein Wunder mehr und mehr wie ein Trugbild. Interimstrainer Kvicha Shubitidze versucht, die Köpfe gerade zu halten – mit einer deutlichen Ansage.

Realismus statt traumerei in schwierigen zeiten

Die Horrorbilanz der Veilchen ist unübersehbar. Acht Spiele ohne Sieg in der Rückrunde, ein Teufelskreis, aus dem es schwer auszubrechen scheint. Doch Shubitidze weigert sich, die Segel endgültig streichen zu lassen. "Ich bin Realist. Hier muss keiner Traumschlösser bauen. Die Situation ist klar, aber wir geben nicht auf." Er betont, dass die Leistung gegen Regensburg, trotz der erneuten Niederlage, zumindest in Teilen stimmte. "Wir hatten gute Phasen im Spiel, auch wenn wir in der Vorbereitung nur wenig Zeit hatten, um daran zu arbeiten."

Ein bitterer Aussetzer von Luan Simnica sorgte für den entscheidenden Gegentreffer. Shubitidze nimmt's ihm allerdings nicht übel. "Er ist ein junger Spieler und muss noch lernen. Fehler gehören dazu. Wenn man keine Fehler macht, lernt man auch nichts." Die jungen Spieler sollen sich entwickeln, aber die Zeit dafür ist knapp.

Chancenverwertung als schwachpunkt

Chancenverwertung als schwachpunkt

Trotz der kämpferischen Leistung fehlte es Aue am Ende an der nötigen Durchschlagskraft. Moritz Seiffert, Marcel Bär und Ricky Bornschein vergaben hochkarätige Chancen. "Wir sind im Moment leider vom Pech verfolgt. Wir hatten drei glasklare Chancen, waren aber nicht präzise genug. Uns fehlt einfach die absolute Überzeugung, den Ball im Netz zu versenken.“, klagte der Coach.

Ein Zeichen der Veränderung gab es auch in der Aufstellung: Statt des erfahrenen Martin Männel führte Marcel Bär die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. "Eine Entscheidung für einen Feldspieler“, so Shubitidze, der damit zeigen will, dass der Fokus auf dem Team liegt.

Die Lage ist ernst. Sollte der 1. FC Saarbrücken am Mittwoch gewinnen und Aue am Sonntag gegen Verl verlieren, ist der Abstieg besiegelt. Doch Shubitidze bleibt stur. "Wir müssen unser Gesicht wahren. Wenn wir absteigen, dann mit Würde – und zwar mit einer Leistung, auf die wir stolz sein können.“ Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch die Rechnung ist klar: Aue muss liefern, und zwar sofort.