Audi schickt q9, rs 5 und a2 e-tron in den sprint: 2026 wird zur modell-lawine

65,5 Milliarden Euro Umsatz, aber der Gewinn bröckelt: Audi zündet trotz Trump-Zöllen die nächste Stufe. Gernot Döllner kündigt für 2026 sieben neue Modelle an – darunter die 5,20-Meter-SUV-Granate Q9 und eine familienaffine A2 e-tron. Die Nachfrage in den USA soll explodieren, China bekommt eine Sonder-Version des A6L e-tron.

Q9 wird zum us-trumpf

Ingolstadt setzt auf Größe. Der Q9 rollt 2026 an den Start – ein Drei-Tonnen-Coloss mit Option auf Sieben-Sitzer-Layout und über 600 Kilometer Reichweite. Döllner: „Dieses Auto wird Audi in Nordamerika sichtbarer machen als jede Werbekampagne.“ Die Plattform: die neue PPE-Architektur, 800-Volt-Lader, 270 kW-Säulen-Speed. Die erste Testflotte läuft bereits auf den Teststrecken in Nevada; Serienproduktion startet November 2026 im mexikanischen San José Chiapa.

Parallel kommt die dritte Generation des Q7, diesmal kürzer, aber mit 50 Millimetern mehr Radstand. Die Karosserie verliert 120 Kilo, der Luftwiderstandsbeiwert sinkt auf 0,24. Wer mehr Sport will, greift zur RS 5: Biturbo-V6, 450 PS, 0–100 in 3,7 Sekunden – und trotz Mild-Hybrid 9,8 Liter Normverbrauch.

A2 e-tron: kompakt-stromer für den familienalltag

A2 e-tron: kompakt-stromer für den familienalltag

Die Entscheidung überrascht: Audi baut die A2-Reihe wieder auf – rein elektrisch. 4,30 Meter Länge, 180 PS Basis, Preis ab 34 900 Euro. Die Batterie kommt aus dem neuen Werk in Győr, 58 kWh nutzbar, Schnellladen in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Markteinführung: Herbst 2026, drei Monate vor dem VW-ID.3-Facelift. Döllner nennt das Modell „unser Türöffner für junge Familien, die keinen SUV wollen“.

Die Zahl spricht Bände: Audi plant 120 000 Einheiten jährlich, allein 45 000 für den deutschen Markt. Die Werkstätten bekommen neue 400-Volt-Hebebühnen, die Händler umbauen Showrooms – 800 Millionen Euro Investition.

Zölle nageln am gewinn

Zölle nageln am gewinn

Trotz Rekordumsatz bröckelt das operative Ergebnis: 3,37 Milliarden Euro nach 3,9 Milliarden im Vorjahr. Die US-Strafzölle auf europäische Automobile kosten Audi allein 420 Millionen. Doch der Nettogewinn steigt auf 4,6 Milliarden – dank Börsengewinnen aus der Rivian-Beteiligung. Döllner bleibt gelassen: „Wir haben Reserven, wir haben Ideen, wir haben neue Partner.“

1,64 Millionen Fahrzeuge lieferte der Konzern 2025 aus – nahezu identisch zu 2024. Lamborghini steigert leicht auf 10 747 Einheiten, Bentley hält 10 131. Ducati dagegen rutscht auf 50 895 Motorräder – das Segment leidet unter hohen Zulassungskosten in der EU. Die Lösung: eine elektrische Ducati-Plattform soll 2027 kommen, gemeinsam mit Audi-Entwicklern.

F1-debüt und rivian-deal

F1-debüt und rivian-deal

2026 steigt Audi als Motorenlieferant in die Formel 1 ein – ein Schritt, der laut Döllner „die Marke auf dem Globus sichtbarer macht als jede Super-Bowl-Werbung“. Parallel arbeitet man mit Rivian an der neuen E/E-Architektur; 2028 rollt das erste Audi-Modell auf RV-Tech-Basis vom Band. Die erste Pilot-Serie läuft bereits in Normal, Illinois.

Die Botschaft ist klar: Audi will nicht nur überleben, sie will dominieren – mit einem Modellangebot, das von der 34 000-Euro-A2 bis zur 150 000-Euro-RS-Q9 reicht. Die Frage ist nicht mehr, ob das klappt, sondern wie schnell die Konkurrenz reagieren kann.