Atlético schlägt barça-klage aus – simeones seite weigert sich, mitzumachen
Die UEFA-E-Mail liegt noch warm im Postfach, doch im Metropolitano bleibt sie unbeantwortet. Barcelona hat offiziell protestiert, weil Pubill angeblich gefoult hätte – der Atlético lacht. Nicht laut. Lautlos. Man will nicht mitspielen in dem Theater, das man dort oben für erbärmlich hält.
Simeones doppelschuss traf zwei hauptstädte auf einmal
Der Coach ließ seine Warnung am Freitagmittag fallen, fast beiläufig, als hätte er sie zwischen zwei Trainingstöpfen serviert: „Wir wohnen in Madrid, wir kennen Druck.“ Eine Kugel für die Blaugrana, eine für den Bernabéu. Kein Wort mehr. Kein Kommuniqué, keine Pressemitteilung. Nur dieses schmale Grinsen, das sagt: Ihr schreit, wir spielen.
Intern herrscht blankes Erstaunen. Die Video-Analysten haben die Szene Pubill 17-mal durchgerollt, Kontakt: minimal, Ball: weg. Der Schiedsrichter entschied korrekt, so die interne Notiz. Dass Barça nun beim europäischen Verband eine „formale Beschwerde“ einreicht, empfindet man als Eigentor der Gefühle. „Wenn ein Klub mit dem Ball so gut ist wie der FC Barcelona, braucht er keine Notbremse mit Briefkopf“, murrt ein Vorstandsmitglied, Name darf raus: „Das wirkt wie ein Kindergarten, der seinen Schnuller beim Schiri sucht.“

Atlético zieht seine eigene bilanz – und die schmerzt
Man erinnert sich an das Camp-Nou-Spiel, an die Ecke, die es gar nicht gab, an die Rote gegen Gerard Martín, die plötzlich doch keine war. Damals schrieb der Klub eine höfliche Anfrage ans CTA – keine Klage, nur eine Bitte um Erklärung. Die kam, via Twitter, und bestätigte: Fehlentscheidung. Atlético nahm’s zur Kenntnis, ging weiter. Kein Tamtam, kein UEFA-Brief.
Die Frage, die sich in den Kabinenfliessgängen stellt, lautet: Was wäre, wenn Julián Álvarez’ Doppelkontakt in der Champions-League-Treffer-Türkei gegen Real Madrid nicht nachträglich geklärt worden wäre? Wenn das Tor gezählt hätte und die Rojiblancos stattdessen im Viertelfinale stünden? „Dann würde hier niemand den Weltverband anrufen“, sagt Kapitän Koke im Vertrauen. „Dann würden wir nach vorne schauen. So wie jetzt auch.“
Die Lage ist klar: Atlético hat keine Lust, Teil der Schiedsrichter-Oper zu werden, die seit Jahren zwischen Camp Nou und Bernabéu hin- und hergerissen wird. Die Presseabteilung wurde angewiesen, jeden Kommentar zu verweigern. Stattdessen flüstert man sich zu: Lasst sie reden, wir laufen. Am Sonntag wartet Rayo, dann Villarreal. Punkte zählen, nicht Papierkriege.
Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: Seit 2021 haben Barça und Real Madrid zusammen 17 offizielle Beschwerden beim spanischen Verband eingereicht – Atlético keine einzige. Wer jetzt glaubt, das sei Rückzug, versteht den Klub nicht. Es ist Stolz. Und vielleicht auch ein bisschen Verachtung für jene, die sich an jedem Faden festhalten, wenn der Wind dreht.
