Atlético madrid fordert offizielle erklärung nach var-eklat
Madrid – Der Aufschrei aus der Hauptstadt ist Realität: Der Atlético Madrid hat offiziell beim Schiedsrichter-Ausschuss (CTA) eine Erklärung gefordert. Anlass ist die umstrittene Entscheidung im Derby gegen Real Madrid, bei der Gerard Martín zunächst die rote Karte erhielt, diese aber nach Rücksprache mit dem VAR zurückgenommen wurde. Die Rojiblancos sehen darin einen systematischen Fehler in der Bewertung von Spielsituationen und stellen die Integrität der Liga in Frage.

Die doppelmoral des var
Es geht um mehr als nur eine einzelne Entscheidung. Atlético wirft der Schiedsrichterführung vor, bei Spielen gegen Real Madrid und Barcelona andere Maßstäbe anzulegen. Vor fünf Spieltagen wurde ein ähnliches Foul von Valentín Barco gegen Ratiu im Spiel gegen Betis mit der roten Karte geahndet – ein Präzedenzfall, der nun fehlt. „Es ist unmöglich, fair zu konkurrieren, wenn man andere Regeln erklärt und andere anwendet“, klagen die Verantwortlichen des Vereins.
Die Indignation im Umfeld von Atlético wird durch die Veröffentlichung der Audioaufnahmen des VAR noch verstärkt. Nach Aussage von Trainer Simeone sind Schiedsrichter Menschen und können Fehler machen. Doch die Art und Weise, wie der VAR in Madrid agierte, grenzt an eine Schwindel. Melero López, der Schiedsrichterkoordinator, soll Busquets Ferrer bereits vor der Entscheidung beeinflusst haben. Die Worte aus Las Rozas, dem Sitz des Schiedsrichter-Ausschusses, seien eindeutig: „Es ist ein Beispiel dafür, was wir nicht tun sollten.“
Die audios sind schockierend. Sie legen nahe, dass der Schiedsrichter bereits vor der Überprüfung des Monitors durch den VAR in eine bestimmte Richtung gelenkt wurde. Es ist ein offenes Geheimnis, dass solche Beeinflussungen die Neutralität des VAR-Systems untergraben. Atlético erwartet nun eine überzeugende Begründung, warum die gleiche Situation in unterschiedlichen Spielen unterschiedlich bewertet wird. Die Verantwortlichen warten nicht einfach nur auf die offizielle Erklärung des CTA, sondern suchen aktiv nach Möglichkeiten, ihre Position zu untermauern und eine faire Spielweise für alle Teams zu gewährleisten.
Die Frage, ob die spanische Liga tatsächlich die beste der Welt sein kann, wenn solche Ungleichheiten herrschen, hängt in der Luft. Der Druck auf den CTA ist enorm, und Atlético wird nicht ruhen, bevor Klarheit und Gerechtigkeit hergestellt sind. Denn eines ist klar: Ein Fußball, der auf Fairness und Gleichbehandlung basiert, ist die Grundlage für wahre Leidenschaft und Spannung.
