Atlético madrid: champions-routine dank simeone – ein neues zeitalter?
Madrid – Was einst eine Utopie schien, ist zur selbstverständlichen Gewohnheit geworden: Der Atlético Madrid ist unter Diego Simeone in der Champions League angekommen. Obwohl die mathematische Qualifikation für die kommende Saison bereits länger feststand, hat der Einzug des Rayo Vallecano ins Champions-League-Finale eine interessante Konsequenz: Atlético startet nun mit allen Mitteln in den Titelkampf 2027.

Simeones vermächtnis: von der ausnahme zur regel
Es ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Nach der Übernahme durch Simeone im Jahr 2011 hat sich der Verein transformiert. Die einstigen acht Teilnahmen am prestigeträchtigsten europäischen Wettbewerb sind weit übertroffen. 14 Consecutive Versuche sind der Beweis für eine beeindruckende Konstanz, die den Verein in eine neue Dimension katapultiert hat. Eine Entwicklung, die selbst bei seinem historischen Doppelpack im Jahr 1996 kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Die Liste der Vereine, die wie Atlético Madrid seit Simeones erster Saison in der Champions League regelmäßig vertreten sind, ist erklecklich: Real Madrid, Barcelona, Paris Saint-Germain, Manchester City und der FC Bayern München. Vereine, deren Budgets Atlético in der Regel deutlich übersteigen. Das zeigt, dass Simeone nicht nur eine konstante Qualifikation, sondern auch eine neue Mentalität und ein neues Selbstverständnis etabliert hat.
Ein vergessener Status – Es ist fast schon ironisch, dass sich Atlético unter Simeone in eine illustre Riege von europäischen Schwergewichten gemischt hat, während Traditionsvereine wie Liverpool, Manchester United, Chelsea, Juventus, Inter Mailand und Borussia Dortmund in den letzten Jahren immer wieder an der Tür kratzen mussten. Selbst Spieler, die beim Atlético Madrid auf der Wunschliste standen – Saliba, Gabriel, Zubimendi, Mikel Merino, Mosquera, Hincapie – spielen mittlerweile bei anderen Klubs, denen schlichtweg ein höheres wirtschaftliches Potenzial zugeschrieben wird.
Trotz dieser finanziellen Unterschiede hat es Atlético unter Simeone geschafft, in 62 Prozent seiner Champions-League-Teilnahmen zu den acht Besten Europas zu gehören. Zwei Finalteilnahmen, zwei Halbfinalteilnahmen, vier Viertelfinalteilnahmen, drei Achtelfinalteilnahmen und zwei Vorrundenauscheidungen – das ist die Bilanz, die für sich spricht. Ein Beweis dafür, dass Leidenschaft, taktische Disziplin und ein unbändiger Wille zum Erfolg auch gegen scheinbar übermächtige Gegner Früchte tragen können.
Die frühzeitige Qualifikation zur Champions League ist für Atlético unter Simeone zur Gewohnheit geworden. Bereits in den Saisons 2012/13, 2017/18, 2018/19, 2013/14 und 2020/21 war der Einzug vier bis sieben Spieltage vor Saisonende sicher. Die Tatsache, dass Atlético so frühzeitig die Qualifikation erreichen kann, unterstreicht die Dominanz des Teams in der Liga und die taktische Brillanz Simeones.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Atlético Madrid unter Simeone tatsächlich in der Lage sein wird, den so hart erarbeiteten Platz unter den europäischen Spitzenklubs zu festigen und den ersehnten Titel zu gewinnen. Eines ist jedoch gewiss: Die Ära Simeone hat den Verein nachhaltig geprägt und eine neue Erfolgsgeschichte geschrieben, die weit über die nationalen Grenzen hinausreicht.
