Atlético: kein aberglaube, sondern sparmaßnahmen? simeone erklärt hotelwechsel
Madrid brodelt vor der entscheidenden Schlacht gegen Arsenal. Doch statt von psychologischen Tricks und Aberglauben zu sprechen, liefert Atlético-Trainer Diego Simeone eine überraschend pragmatische Erklärung für den Hotelwechsel vor dem Rückspiel im Champions-League-Halbfinale. Ein Debakel wie im Oktober, als die Gunners Atlético mit 4:0 demontierten, will der argentinische Coach um jeden Preis verhindern – doch der Grund für die neue Unterkunft hat wenig mit esoterischen Praktiken zu tun.
Die bittere realität: günstiger schlägt prestige
Die Spekulationen über eine „abergläubische Aktion“ seiner Mannschaft wischte Simeone mit einem Lächeln beiseite. „Uns geht es besser als im Oktober – und das Hotel war einfach günstiger. Deswegen haben wir es gewechselt“, erklärte der erfahrene Coach auf die entsprechende Frage der Journalisten. Die 0:4-Demütigung in Nordlondon lastet noch schwer auf Atlético, doch Simeone scheint entschlossen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen – wenn auch aus finanziellen Gründen.
Es ist ein Detail, das fast schon ironisch wirkt: Während die Fußballwelt sich über Taktik und Strategie austauscht, entscheidet offenbar der Preis über das Wohlbefinden der Spieler. Aber die Wahrheit liegt oft im Detail. Die Entscheidung für ein wirtschaftlich vorteilhafteres Hotel zeigt, dass auch bei einem Verein von Atlético Madrids Größe Sparmaßnahmen nicht immer ausbleiben.

Personelle engpässe und die hoffnung auf sörloth
Für Atlético steht am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) einiges auf dem Spiel. Der Einzug ins Champions-League-Finale wäre die perfekte Revanche für die bittere Niederlage im Emirates Stadium. Das Hinspiel in Madrid endete 1:1, sodass das Rückspiel komplett offen ist. Simeone betonte, dass es letztendlich auf die Leistung seiner Mannschaft ankommt: „Wer besser spielt und seine Stärken ausspielt, ist dem Sieg näher.“
Die Frage, ob er auf die angeschlagenen Leistungsträger Julian Álvarez und Alexander Sörloth zurückgreifen kann, ließ der Coach bewusst offen. „Gestern haben sie sich bewegt, heute trainieren sie und morgen entscheiden wir“, gab er sich bedeckt. Dennoch betonte er die Bedeutung von Sörloth: „Er wird das Team sicherlich brauchen, egal ob es fünf, zehn oder 90 Minuten sind.“ Die schwedische Sturmbombe könnte entscheidend sein, um die Gunners zu bezwingen und den Traum vom Finale am Leben zu erhalten.
Die Champions League ist ein Wettbewerb, der Emotionen und Leidenschaft verlangt. Doch manchmal entscheidet eben auch ein günstigeres Hotel über den Ausgang einer Saison. Atlético muss nun beweisen, dass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können und die Vergangenheit hinter sich lassen – unabhängig vom Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Unterkunft.
