Atlanten-traum am müggelsee: berliner plant solo-regatta
Ein eisernes Ziel treibt David Schwinzer an: 2029 will er die Mini Transat in Angriff nehmen, eine Soloregatta über den Atlantik. Doch bevor er den Ozean bezwingt, perfektioniert er seine Fähigkeiten auf dem Berliner Müggelsee – eine Herausforderung, die ihn an seine Grenzen bringt.
Vom hafenlärm zum wellengang: schwinzers motivation
Die Idee, allein über den Atlantik zu segeln, erschien Schwinzer zunächst „verrückt“. Doch die Faszination für das Offshore-Segeln wuchs, und der Wunsch nach Unabhängigkeit auf den See trieb ihn an. „Es hat mich immer gestört, von so vielen Leuten abhängig zu sein“, erklärt er. Die Mini Transat, bei der jeder Segler sein eigenes Boot führt, bietet ihm die perfekte Möglichkeit, seine Sehnsucht nach Freiheit zu stillen.

Ein zuhause auf sechs metern: leben im minimalismus
Das Boot, so Schwinzer, ist kein Luxusliner. „Was es nicht gibt, ist Komfort“, sagt er. „Weder Toilette noch Dusche oder ein richtiges Bett.“ Stattdessen bietet es eine beeindruckende Stabilität dank eines breiten Heckes und eines tiefen Tiefgangs. Die Geschwindigkeit ist das A und O, und mit dem Passatwind im Atlantik kann man quasi auf den Wellen surfen.
Die technische Ausstattung lässt sich sehen: GPS, automatisches Informationssystem und ein Autopilot ermöglichen es, auch während der Schlafenszeit den Kurs zu halten. „Viele große Vorsegel sorgen für die passende Geschwindigkeit“, ergänzt Schwinzer.

Sponsorensuche und müggelsee-training
Derzeit trainiert Schwinzer mit einem gemieteten Boot, doch sein Ziel ist es, ein moderneres Serienboot zu erwerben. „Wenn man vorn mitfahren will, braucht man so eines“, betont er. Das Training am Müggelsee ist dabei unverzichtbar. Er kennt den See gut und kann hier seine Navigations- und Wetterkenntnisse verbessern. „Ich muss auf dem Atlantik in der Lage sein, die Wettersysteme zu erkennen und entsprechend zu handeln.“
Die psychologische herausforderung: schlafentzug und isolation
Die Vorbereitung erfordert mehr als nur körperliche Fitness und technische Fähigkeiten. Auch die psychologische Komponente spielt eine entscheidende Rolle. „Wie gehe ich zum Beispiel mit Schlafentzug um?“, fragt Schwinzer. Die letzten Monate vor dem Rennen will er zu seinem Hauptberuf machen, um ausreichend Zeit für die zahlreichen Qualifikationsrennen und Sicherheitstrainings zu haben.
Die Mini Transat 2029 wird eine unglaubliche Herausforderung für David Schwinzer sein. Doch mit Entschlossenheit, harter Arbeit und dem nötigen Quäntchen Verrücktheit scheint der Traum vom Atlantik-Überqueren nicht mehr weit.
