Atlanta hawks: zehn siege, ein johnson – und ein traum von platz fünf

Sie haben die Nacht zum Tag gemacht, die Defense zur Waffe und den Tanking-Traum ausgeträumt: Die Atlanta Hawks gewannen zehn NBA-Spiele in Serie, kratzen als Achter der Eastern Conference nur noch anderthalb Siege hinter dem fünften Rang – und das ohne Superstar Trae Young, dafür mit einem neuen Gesicht, das längst keine Frage mehr ist: Jalen Johnson.

Johnson liefert, risacher stolpert

23 Punkte, 10,4 Rebounds, 8,1 Assists – die Zahlen des 24-Jährigen lesen sich wie ein All-Star-Resümee, nicht wie das eines Fünftjahresgestern. Gegen Orlando schob er seine dreizehnte Triple-Double-Saison, gegen die Magic schraubte Nickeil Alexander-Walker mit 41 Zählern seinen Karriererekord. Die Rollen sind verteilt, die Hierarchie klar: Johnson ist das Zentrum, Quin Snyder der Architekt.

Der Coach gilt seit Jahren als eine der hellsten Köpfe der Liga, ein Taktiker, der Spieler nicht nur managed, sondern entwickelt. Dyson Daniels, Onyeka Okongwu und Alexander-Walker profitieren – nur einer hängt hintenüber: Zaccharie Risacher, Nummer-1-Pick 2024, inzwischen Bankwärmer. Gegen Orlando kam er auf zehn Minuten, seine Wurfquote sank auf 38 %. Atlanta zog trotzdem die dritte Vertragsoption – ein Vertrauensvorschuss, der sich nicht in jedem Franchise fände.

Der osten ist offen wie selten

Der osten ist offen wie selten

Die Siegesserie schmeckt süß, aber sie hat ein bitteres Häppchen: Gegner wie Brooklyn, Washington oder Portland liegen im Soll. Milwaukee besiegten die Hawks zweimal – einmal ohne Giannis Antetokounmpo. Dennoch: Wer in der NBA zehnmal nacheinander gewinnt, dem glaubt man, bis der nächste Flop kommt. Das letzte Mal gelang das 2014/15, als Paul Millsap und Al Horford das Team führten.

Nun gastiert Dallas, selbst nicht unbesiegbar. Ein Sieg und Atlanta rückt auf Platz sechs vor – vielleicht sogar fünf, wenn Orlando patzt. Die Rechnung ist simpel: Bei Gleichstand liegt das Tie-Break bereits vor den Hawks. Und wer einmal fünft ist, träumt im schwachen Osten laut von Ring Nummer eins. Die Front Office hat bereits den Reset gewagt, Young gegen CJ McCollum undCorey Kispert getauscht – kein Tanking, sondern ein Weiterbauen mit Jugend statt Diva.

Die Saison ist noch jung, die Play-offs greifbar. Johnson ist der neue Joe Johnson, nur moderner, Snyder der Lehrer, dem die Liga seit Jahren zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Risacher darf zittern, aber er darf nicht brechen. Atlanta fliegt wieder – und im Osten wartet niemand mehr darauf, dass die Hawks wieder runterkommen.