Atalanta ohne hien: schwedens abwehrbollwerk fällt aus – lecce-spiel in gefahr

Die Atalanta muss zum Rückrunden-Auftakt am 6. April in Lecce auf Isak Hien verzichten. Der schwedische Innenverteidiger zog sich am Donnerstag im Länderspiel gegen die Ukraine eine Grad-1-Muskelzerrung im linken Flexor zu und fiel schon nach 37 Minuten aus. Erst morgen steht in Bergamo die endgültige Diagnose an, doch der Klub rechnet fest mit einer Ausfallzeit von mindestens zwei Wochen.

Kein ersatz aus überlastung – palladino rotiert penibel

Die Verletzung kommt für Trainer Raffaele Palladino zur Unzeit. Hien absolvierte zwar elf Pflichtspiele in Serie für Atalanta und Schweden, doch nur sechs Mal stand er seit dem 22. Februar von Anfang an auf dem Platz. Die Rotationsphilosophie des Coaches schützte den 25-Jährigen vor allzu hoher Belastung – und macht den Vorfall umso bitterer. Die Stunde der Wahrheit rückt nun für Berat Djimsiti.

Der albanische Nationalverteidiger könnte in Valencia gegen die Ukraine sogar seine 70. Länderspiel-Zusage feiern und würde damit Odise Roshi im ewigen Ranking einholen. Doch Sylvinho, Coach der „Kuq e Zinjtë“, plant trotz des Prestige-Duells eine Rotation – ein kleines Fenster für Bergamo. Djimsiti selbst jagt parallel den vierten Platz der Atalanta-Ewigen: Bei seinem nächsten Serie-A-Einsatz zieht er mit 327 Einsätzen mit Valter Bonacina gleich.

Lecce droht als stresstest – die abwägung beginnt

Lecce droht als stresstest – die abwägung beginnt

Zeit ist das kleinste Problem: Das Spiel in Apulien steigt erst am Montag, sechs Tage nach Djimsitis Länderspiel. Doch Palladino muss taktisch umdenken. Mit Hien fehlte zuletzt die Geschwindigkeit in der Rückwärtsbewegung, Djimsitis Physis steht für Kopfballduelle und Führungsspiel. Die Alternativen Rafael Toloi und Sebastiano Luperto sind eher Lösungen für das Zentrum als für die Außenposition – ein Umstieg auf Dreierkette liegt in der Luft.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Ohne Hien kassierte Atalanta in dieser Saison 1,4 Tore pro Spiel, mit ihm nur 0,9. Die Defensiv-Elf rutschte damit vor allem in Auswärtsspielen ins Risiko. Gegen Lecce, das in den letzten fünf Heimspielen neun Punkte holte, wird jedes vertane Zweikampf teuer.

Für Palladino bleibt die Erkenntnis: Die tiefere Rotation sollte die Knie schonen, doch die nächste Lektion lautet: Verletzungen kennen keinen Dienstplan. Djimsiti trägt am Sonntagabend das Kapitänsbinde-Modell mit 70 Sternen – und am Montag hoffentlich die Schuhe mit frischen Sohlen. Die Atalanta-Fans wissen: Ohne Hien wird es eng, aber mit Djimsiti nie hoffnungslos.