Atalanta: kann der angriff die wende bringen?
Die Enttäuschung in Bergamo ist greifbar. Nach dem Ausscheiden im Coppa Italia und den jüngsten Liginiederlagen steht die Atalanta vor einer schwierigen Aufgabe: Die verbleibenden Spiele müssen gewonnen werden, um noch eine Chance auf Europa zu haben. Doch die Frage ist, ob der Angriff die notwendige Stabilität und Durchschlagskraft liefern kann.

Die altlasten und die fehlende frische
Die Offensive der Atalanta zeigt seit Wochen Schwächen. Ein Grund dafür liegt in der hohen Belastung der Routiniers De Roon, Zappacosta und Djimsiti, die über drei intensive Monate fast ohne Pause agiert haben. Ihr Alter und die daraus resultierende Ermüdung schlagen zu – und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es ist ein Teufelskreis: Das Nachlassen der Leistung etablierter Spieler führt dazu, dass jüngere Spieler mehr Verantwortung übernehmen müssen, was wiederum deren Entwicklung beeinträchtigen kann.
Doch das Problem liegt tiefer. Es betrifft auch Neuzugänge, die bisher nicht die erwartete Wirkung zeigen. Lazar Samardžić, der nach starken Auftritten im Februar einen Höhenflug erlebt hatte, ist in den letzten Spielen nahezu unsichtbar. Seine Formkurve fällt drastisch ab, trotz einiger Startelfeinsätze aufgrund von Verletzungen bei anderen Spielern. Das Ergebnis: Nur noch 15 Minuten Einsatzzeit in den letzten fünf Ligaspielen. Ein erschreckendes Zeichen.
Auch der im Sommer verpflichtete Kossounou kämpft mit seiner Form. Der ehemalige deutsche Meister hat bisher eine enttäuschende Saison hinter sich, was sich in einer durchschnittlichen Bewertung von nur 5,72 Punkten pro Spiel widerspiegelt. Die Rückkehr von der Afrikameisterschaft hat ihn zudem nicht weitergebracht; seitdem stand er lediglich einmal in der Startelf.
Bellanova, der ebenfalls im Sommer kam, konnte ebenfalls nicht überzeugen. Seine Leistungen in Rom und Cagliari waren alles andere als überzeugend. Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Nach 10 Assists in der Vorsaison konnte er in dieser Saison lediglich einen Vorstoß notieren. Die Ausrede einer schweren Muskelverletzung im Dezember und Januar kann diesen Umstand kaum erklären.
Und dann ist da noch Kamaldeen Sulemana, der vom Southampton kam. Drei Tore und zwei Vorlagen in 35 Spielen sind für einen Verein mit den Ambitionen der Atalanta schlichtweg zu wenig. Die wenigen Erfolge im laufenden Jahr – zwei Siege gegen Verona und Lecce – verdeutlichen die Notwendigkeit einer deutlichen Leistungssteigerung.
Die Verantwortlichen müssen handeln. Es braucht eine Umstellung, eine taktische Anpassung und vor allem eine Wiederbelebung der Offensivkräfte. Nur so kann die Atalanta ihre Ziele noch erreichen und die Fans zurückgewinnen.
Die kommenden Spiele werden entscheidend sein. Die Spieler müssen zeigen, dass sie bereit sind, alles zu geben, um die Wende zu schaffen. Es ist an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und den Beweis zu erbringen, dass die Atalanta noch zu leisten hat.
