Atalan steht vorm aus: wac versinkt im regen und der krise

Ein Punkt im Regen, der wie eine Niederlage schmeckt. Ismail Atalan irrte nach dem 1:1 gegen Altach wie ein Gespenst über das nassglänzende Geläuf der Lavanttal-Arena, setzte sich ein letztes Mal auf die Trainerbank – vielleicht wirklich zum letzten Mal.

Riegler lässt die guillotine baumeln

WAC-Präsident Dietmar Riegler schob die Entscheidung auf die Länderspielpause. „Wir müssen intern schauen, wie es der Mannschaft geht, wie es dem Trainer selbst geht“, sagte er am Sky-Mikrofon. Die Worthülse klang wie ein Todesstoß. Elf Partien ohne Sieg, nur ein Erfolg seit Dezember, und die Qualigruppe verwandelt sich für den Cupsieger von 2020 in eine Abstiegsfalle.

Atalan selbst redete sich nicht schön. „Die einzige Frage, die ich mir stelle, ist: Wenn wir jede Woche so spielen wie heute, wo würden wir stehen?“ Die Antwort liegt in der Tabelle: Platz sieben, nur fünf Punkte vor dem ersten Abstiegsrang. Die Chancenverwertung war wieder ein Gerücht, der Druck verpuffte am Aluminium.

Altach zieht weg, gak jagt obenauf

Altach zieht weg, gak jagt obenauf

Während die Kärntner verzweifeln, feiert Altach-Coach Ognjen Zaric den nächsten Punktgewinn. Seine Mannschaft verlor nur eins der letzten neun Pflichtspiele und hat den Grazer AK im Visier. Der GAK schoss sich mit dem 5:1 in Tirol auf Rang drei und baut den Vorsprung auf Blau-Weiß auf sechs Punkte aus. „Wäre die Chancenauswertung besser gewesen, hätte der Sieg noch höher ausfallen können“, sagte Ferdinand Feldhofer, und man glaubt ihm jedes Wort.

Die WSG Tirol wiederum droht, den starken Grunddurchgang mit einem Desaster zu vergolden. Fünf Punkte Vorsprung reichen nicht, um schlafen zu können. „Es war ein gebrauchter Tag“, konstatierte Philipp Semlic. Der Steirer wirkte wie ein Mann, der sich selbst vorwirft, das Nötige nicht getan zu haben.

Die länderspielpause wird zur schonfrist

Die länderspielpause wird zur schonfrist

Während die Nationalspieler abreisen, bleibt in Wolfsberg die Angst. Die nächsten Gegner: Auswärts in Ried, daheim gegen den GAK. Wer dort nicht gewinnt, rutscht in die Relegation oder tiefer. Atalan hat den Draht zur Mannschaft laut Riegler noch, aber der Strom ist bereits gedrosselt. Am Freitag entscheidet sich, ob er nach Wien zur Pressekonferenz fährt – oder in den Urlaub.