Aston martin: motor-umbau und neweys herausforderung – kann das team aufholen?
Die Formel-1-Pause vor den entscheidenden Rennen in Miami und Kanada steht für Aston Martin unter besonderem Druck. Während andere Teams vorübergehend verschnaufen, arbeitet das Team fieberhaft an einer Kehrtwende, die weit mehr als nur eine Verbesserung des aktuellen Zustands erfordert.
Ein motor-update als hoffnungsschimmer
Gerüchte über neue Motorenspezifikationen, die darauf abzielen, die anhaltenden Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben, kursieren bereits. Aston Martin setzt offenbar auf einen aggressiven Ansatz und plant, in den ADUO (Advanced Driver-Assistance Systems) Bereich einzusteigen, um auch im Hinblick auf die Leistung zu punkten. Doch die Realität sieht düster aus: Selbst eine Kombination aus verbesserter Motorleistung und ADUO-Integration würde nicht ausreichen, um Aston Martin in die Top-Riege zu katapultieren.
Mike Krack, der Teamchef, räumte in der Presse ein: „Es gibt mehr, als eine schiere Herausforderung – es ist wie ein Berg, den es zu erklimmen gilt.“ Tatsächlich schätzt die BBC, dass selbst der Austausch der Honda-Einheit durch die beste der Konkurrenz, beispielsweise von Mercedes, das Team noch über eine Sekunde hinter die Spitze brächte – ein Abstand, der sie bestenfalls in die Mitte des Feldes, auf Augenhöhe mit Haas, Alpine oder den Racing Bulls, rücken würde. Das ist jedoch eine unrealistische Erwartung.

Neweys design und die fehlende harmonie
Das Problem liegt tiefer. Der AMR26 wurde als aerodynamisch revolutionäres Fahrzeug konzipiert, ein Produkt von Adrian Neweys Genie. Doch die Integration der Honda-Einheit, insbesondere die selbst entwickelte Getriebebox, erwies sich als problematisch. Das Zusammenspiel funktionierte schlichtweg nicht. Das Auto leidet unter mangelnder Leistung und einem unangenehmen Fahrgefühl, besonders in schnellen Kurven. Zwar könnten langsame Kurven aufgrund der Bodenwirkungsvorgaben einen kleinen Vorteil bieten, doch diese sind rar, wie beispielsweise in Monaco, Ungarn oder Zandvoort.
Aston Martins größte Stärke liegt weiterhin in Neweys Design und dem Potenzial, das Honda in die Tat umsetzen sollte. Die Beziehung zwischen den beiden Partnern war zu Beginn der Saison angespannt, obwohl beide Seiten öffentlich beteuerten, es „nicht nötig“ sei, die Wogen zu glätten. Newey machte seine Kritik an den Vibrationen der Honda-Einheit deutlich, und Honda konterte mit eigenen Einwänden. „Das Problem lässt sich nicht allein durch die Antriebseinheit lösen“, betonte Koji Watanabe, Hondas F1-Chef.

Die offenen fragen und der blick nach vorne
Mike Krack brachte die Kernprobleme auf den Punkt: „Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, und wir haben das Mindestgewicht noch nicht erreicht.“ Das Gewicht stellt ein allgemeines Problem für alle Teams dar, doch bei Aston Martin scheint es eine besonders große Hürde zu sein. Neben der Motorleistung muss auch an anderen Bereichen gearbeitet werden. Der logische Fortschritt innerhalb der aktuell noch offenen Regularien bietet jedoch Hoffnung. Die Fähigkeit, sich zu verbessern, und die Anwesenheit von Top-Talenten, ergänzt durch die Expertise von Jonathan Wheatley, könnten entscheidende Impulse geben.
Fernando Alonso wird eine Schlüsselrolle spielen. Seine Entscheidung über die Zukunft – sei es ein Rücktritt oder eine Fortsetzung seiner Karriere – wird maßgeblich von der Wettbewerbsfähigkeit des Teams abhängen. „Wenn wir konkurrenzfähig sind, gibt es mehr Gründe, aufzuhören. Wenn nicht, wird es schwierig sein, es nicht erneut zu versuchen“, erklärte er bereits. Ob Aston Martin ihm diesen Grund liefern kann, bleibt abzuwarten.
