Aston martin: ein formel-1-projekt am scheideweg?
Die Startschwierigkeiten von Aston Martin in der aktuellen Formel-1-Saison sind alarmierend. Nach einem vielversprechenden Start mit dem ambitionierten Ziel, die Weltspitze herauszufordern, scheint das Team um Fernando Alonso nun in einer existenziellen Krise zu stecken. Die Frage, ob das Projekt, das mit der Rückkehr von Honda als Motorenlieferant verbunden ist, scheitern wird, beschäftigt die gesamte Motorsportwelt.
Ein düsterer vergleich mit mclaren-honda
Die aktuelle Situation erinnert schmerzlich an die gescheiterte Partnerschaft zwischen McLaren und Honda zwischen 2015 und 2017. Tatsächlich sind die Performance-Daten des AMR26 in den ersten Rennen der Saison sogar noch schlechter als die der McLaren-Honda-Boliden in ihren schwächsten Zeiten. Während McLaren damals zumindest gelegentlich in die Punkte fahren konnte, kämpft Aston Martin derzeit schlicht um das Überleben in jedem Grand Prix.
Die Differenz zum führenden Feld beträgt derzeit über vier Sekunden pro Runde – ein eklatanter Rückstand. Im Vergleich dazu lagen die McLaren-Boliden in ihren Problemjahren nie mehr als drei Sekunden zurück. Auch die Positionen im Qualifying sind desaströs: Aston Martin kämpft um Platz 18 oder 19, während McLaren in seinen besten Zeiten zumindest noch in der Punkterzone landete.
Die unrühmliche Bilanz zeigt sich auch in der Zuverlässigkeit: Nur Fernando Alonso konnte in Japan, und das mit stark reduzierter Leistung, die Zielflagge sehen. Von den bisherigen Rennen wurden lediglich 62,67 % der Distanz absolviert – ein Wert, der selbst im desaströsen Jahr 2016 von McLaren übertroffen wurde.

Alonsos hoffnungsschimmer und die suche nach lösungen
Trotz der düsteren Aussichten zeigt sich Fernando Alonso kämpferisch. Er betont, dass die lange Saison noch viele Möglichkeiten bietet, die Probleme zu beheben und im Laufe des Jahres aufzuholen. „Die Saison ist lang und wenn wir die Probleme identifizieren und lösen, können wir in der zweiten Jahreshälfte oder im letzten Drittel eine viel bessere Position einnehmen. Daran arbeiten wir“, erklärte der Spanier.
Die Verantwortlichen bei Honda arbeiten fieberhaft an Lösungen für die Zuverlässigkeitsprobleme, während Aston Martin versuchte, die Aerodynamik zu verbessern und das Gewicht des Autos zu reduzieren. Doch die Herausforderungen sind immens. Es geht nicht nur um den Motor, sondern auch um das Chassis, das von Adrian Newey entworfen wurde – und offenbar nicht das Potenzial abbringt, das erwartet wurde.
Mike Krack, Ingenieurchef bei Aston Martin, zeigte sich selbstkritisch: „Wir müssen ehrlich sein, was das Chassis betrifft. Da liegt unsere Verantwortung. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir sind nicht am Limit des Gewichts. Wenn wir das lösen, sind wir einen Schritt näher.“
Die Zeit drängt. Es bleibt abzuwarten, ob Aston Martin in der Lage sein wird, die Probleme in den Griff zu bekommen und das Projekt zu retten. Der Vergleich mit dem McLaren-Honda-Debakel ist unweigerlich und mahnt zur schnellen und effektiven Reaktion. Die Saison könnte für Aston Martin zu einem bitteren Kapitel in der Formel-1-Geschichte werden.
