Ashley young hängt seine fußballschuhe an den nagel – 23 jahre nach dem debüt

Ashley Young ist fertig. Nach 23 Jahren, 648 Pflichtspielen, vier Titeln mit Manchester United und zwei Weltmeisterschaften beendet der 40-Jährige seine Laufbahn. Die Hüfte hat das letzte Wort. Ein letzter Kurzeinsatz für Ipswich Town im Saisonendspurt steht noch aus, dann ist Schluss.

Vom flügelflitzer zum mr. flexibel

2003 debütierte Young beim FC Watford, damals noch als raumgreifender Linksaußen mit Dreads und 10-Sekunden-Sprint. Die Premier League lernte ihn bei Aston Villa kennen, wo er 2010 in die englische Nationalmannschaft einzog. 2011 zahlte Sir Alex Ferguson 18 Millionen Euro – ein Betrag, der sich schnell amortisierte. Young wurde zum Schweizer Taschenmesser: rechts, links, offensiv, defensiv, Notfall-Linksverteidiger, Elfmeterschreck. In der Saison 2012/13 lieferte er acht Vorlagen, United wurde Meister. Der letzte Titel unter Ferguson.

Die Europa-League-Trophäe 2017, zwei FA-Cups, ein Liga-Cup folgten. Dazu 39 Länderspiele, eine EM, eine WM. Doch die Zahlen sagen nur die Hälfte. Youngs Stärke war seine Bereitschaft, sich immer neu zu erfinden. Als José Mourinho 2018 ein 3-5-2 einführte, schlüpfte er ohne Murren in die Rolle des linken Flügelverteidigers. Mit 33.

Die letzten meter machen das rennen kaputt

Die letzten meter machen das rennen kaputt

2020 wechselte er zu Inter Mailand, gewann mit Antonio Conte die Serie A, dann zurück nach England: Villa, Everton, schließlich Ipswich. Die Zweitligaaufstiegsmission lief gut, bis die Hüfte rebellierte. Seit Januar nur noch 16 Minuten. „Ich habe 23 Jahre lang meinen Traum gelebt“, schrieb Young auf Instagram. „Die Zeit, sich zurückzuziehen, ist nie einfach, aber ich verlasse den Platz mit stolzgeschwellter Brust.“

Was folgt? Kein Klub, keine Show, erst mal Ruhe. Young hat seine Coaching-Lizenz bereits in der Tasche, doch er will sich Zeit nehmen. „In den nächsten Wochen und Monaten werde ich entscheiden, was ich als Nächstes tun werde.“ Bis dahin bleibt die Erinnerung an einen Profi, der aus Talent, Arbeit und Anpassungskraft eine Karriere zimmerte, die länger war als die der meisten seiner Mitspieler überhaupt alt werden.

Die Zahlen: 648 Einsätze, 74 Tore, 87 Assists, fünf große Titel, zwei WM-Endrunden. Der Rest ist Stolz – und ein Hüftgelenk, das endlich Pause kriegt.