Arsenal: zwei aufgebot, ein meister?

Arsenal hat bewiesen, dass es nicht nur einen, sondern fast zwei konkurrenzfähige Mannschaften auf dem Feld hat. Während andere Vereine sich mit Ausfällen herumschlagen, scheint der englische Premier League-Klub eine Tiefe und Qualität im Kader zu besitzen, die in Europa ihresgleichen sucht. Ein Blick auf die jüngste Champions-League-Partie gegen Sporting CP verdeutlicht, warum die Gunners plötzlich so gefürchtet sind.

Die bank als waffe: arteta übertrifft die konkurrenz

Die bank als waffe: arteta übertrifft die konkurrenz

Mikel Arteta, der Coach der Londoner, hat bereits vor Monaten die Schwächen seiner Mannschaft in der Vergangenheit offen angesprochen. „Letzte Saison blickte ich auf die Bank und sah fünf Spieler aus der Jugend, die wahrscheinlich noch nie ein Champions-League-Spiel bestritten hatten“, erklärte er. Diese Situation hat sich dramatisch verändert. Heute kann er auf zwei nahezu gleichwertige Aufstellungen zurückgreifen, was ihm in der intensiven Premier League und im europäischen Wettbewerb einen enormen Vorteil verschafft.

Gegen Sporting CP musste Arteta aufgrund von Verletzungen auf Jurrien Timber, Piero Hincapié und Bukayo Saka verzichten. Doch anstatt an Qualität zu verlieren, schien die zweite Garnitur des Arsenal sogar noch frischen Wind in das Spiel zu bringen. Während der Gastgeber, Rui Borges, nur zwei Auswechslungen vornahm, griff Arteta auf die Dienste von Kai Havertz, Gabriel Martinelli und dem jungen Max Dowman zurück – wobei letzterer als jüngster Torschützer in der Geschichte der Premier League in die Geschichte einging.

Die Zahlen lügen nicht:Arsenal dominiert nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Statistik. Mit vier Toren, die von Spielern von der Bank erzielt oder vorbereitet wurden, hält der Verein einen neuen Champions-League-Rekord. Im Vergleich dazu: Alle anderen Teams kommen nicht annähernd an diese Bilanz heran. Auch in der gesamten Saison ist Arsenal führend – 38 Tore erzielten die Joker, mehr als jeder andere Verein in Europa. Eine Zahl, die die außergewöhnliche Tiefe des Kaders unterstreicht.

Die Fähigkeit, auch in der Nachspielzeit zu treffen, ist ein weiteres Zeichen der Stärke. Acht der insgesamt erzielten Premier-League-Tore fielen in der Schlussphase – ein Beweis für die unermüdliche Energie und den Kampfgeist des gesamten Teams. Die Investitionen in die Kaderbreite scheinen sich auszuzahlen: Transfermarkt schätzt den Marktwert der 24 Spieler des Arsenal-Kaders auf stolze 1,23 Milliarden Euro, wovon 440 Millionen Euro auf die rotierenden Spieler entfallen – eine Investition, die sich bereits jetzt auszahlt.

Die Intensität des modernen Fußballs erfordert eine enorme körperliche Belastbarkeit. Arteta warnte bereits im September: „Die Spieler müssen 70 oder 74 Spiele pro Saison absolvieren. Das ist eine neue Dimension. Bei dieser Intensität können sie das nicht durchhalten, daher braucht man mehr Spieler.“ Arsenal hat diese Erkenntnis verinnerlicht und sich entsprechend aufgestellt. Die Konsequenz? Eine Mannschaft, die nicht nur auf individuellem Können, sondern auch auf kollektiver Stärke basiert – und die bereit ist, jede Herausforderung anzunehmen.

Am Ende des Spiels gegen Sporting CP betonte Arteta: „Gabi (Martinelli) ist reingekommen und hatte einen riesigen Einfluss. Kai (Havertz) auch. Max auch. Wir brauchten sie wirklich, und wir sind sehr zufrieden mit ihnen.“ Ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Auswechselspieler und ein Versprechen für die Zukunft. Denn eines ist klar: Mit einem solch breiten und talentierten Kader ist Arsenal nicht nur ein Titelanwärter in der Premier League, sondern auch ein ernstzunehmender Gegner im europäischen Fußball.