Arsenal entzaubert leverkusen: blaswich stemmt sich vergebens gegen gunner-kälte
Arsenal hat Bayer Leverkusen
mit einem 2:0 im Emirates Stadium die Champions-League-Lektion gegeben, die das Team von Kasper Hjulmand gerade noch vermeiden wollte. Die Gunners wirken inzwischen so reif wie ein Wein, der erst in fünf Jahren getrunken werden sollte – nur dass sie jetzt schon munden.Die Werkself kam mit dem Selbstvertrauen des Hinspiels, dem 1:1, das Arsenal an der BayArena fast in den Wahnsinn getrieben hatte. Doch schon nach zehn Minuten war klar: Diesmal bestimmt nicht der deutsche Zweitplatzierte das Tempo, sondern ein Gegner, der die Ballbesitzstatistik gern mal ignoriert, wenn er schießt und trifft.
Arsenal dreht den ballbesitz-knopf auf stumm
58,4 Prozent Ballbesitz für Leverkusen – eine Zahl, die nur noch Statistikprofessoren wärmt. Arsenal ließ die Gäste laufen, schob sich in die Lücken und schlug zweimal zu. Erst Eberechi Eze mit einem Schlenzer, der ins Winkelchen flog, wie man es in London „top bins“ nennt. Dann Declan Rice, der eine halbherzige Kläre von Exequiel Palacios pflückte und aus 18 Metern eiskalt abschloss. 2:0, Spielentscheidung.
Die zweite Hälfte glich einer Demonstration im Controlling: Arsenal zog sich zurück, ohne je die Kontrolle zu verlieren. Mikel Arteta schaltete auf Sparflamme, ließ seine Sechser paarweise rutschen und verlangte von Leandro Trossard nur eins: den Ball nicht zu verlieren. Der Belgier lieferte eine Gala-Vorstellung, wurde erst in der 69. Minute ausgewechselt – da hatte er schon fünf Schüsse abgegeben und die meisten xG-Werte des Feldes auf seinem Konto.

Blaswich spielt sich in den ausnahmezustand
Wenn es einen Grund gibt, warum Leverkusen nicht schon zur Pause untergegangen ist, trägt Namen: Janis Blaswich. Der Ersatzmann für den verletzten Mark Flekken parierte zweimal gegen Trossard, einmal gegen Ben White und riss spätestens bei der Parade gegen den Nachschuss die Hände hoch, als wolle er sagen: „Mehr geht nicht.“ Zehn Saves, eine Mauer aus Fleisch und Reflexen. Die Frage, wer künft im Kasten steht, ist nach diesem Abend lauter geworden – und komplizierter.
Die Leverkusener Offensive dagegen wirkte wie ein Motor, der nicht anspringt. Florian Wirtz fand zwischen den Linien kein Platz, Victor Boniface gewann keinen einzigen Zweikampf in der Box. Christian Kofane schoss in der 87. Minute den einzigen Bayer-Schuss aufs Tor – David Raya wehrte ab. Arsenal blieb die weiße Weste, die sechste in dieser Königsklassen-Saison. Die Gunners sind jetzt das einzige Team ohne Gegentor im K.-o.-Wettbewerb.

Arsenal spielt nicht schön – arsenal spielt fertig
Die Kritik aus England, Arsenal würde „langweilen“, ignorieren die Spieler mit dem gleichen Lächeln, mit dem ein Schachgroßmeister einen Zug macht, der dem Gegner die Luft abschnürt. Es gibt keinen Rumpelfußball, nur effiziente Kontrolle. Wer so spielt, muss sich nicht für 90 Minuten begeistern lassen – er muss nur zweimal treffen und null mal patzen. Arsenal schafft beides. Leverkusen reist mit der Erkenntnis zurück, dass der Sprung in Europas Elite noch ein Jahr Arbeit braucht. Und Janis Blaswich fliegt nach Düsseldorf mit dem Gefühl, dass er gerade sein bestes Spiel im Leverkusen-Trikot gemacht hat – selbst wenn es für nichts genutzt hat.
