Arsenal: champions-halbfinale gerettet – doch der stil stört!
London erbebte nach dem 0:0 gegen Sporting Lissabon nicht vor Freude, sondern vor Entsetzen. Arsenal hat sich zwar für das Halbfinale der Champions League qualifiziert, doch die Art und Weise, wie es geschah, lässt Fans und Experten gleichermaßen fassungslos zurück. Ein müdes, abwartendes Arsenal präsentierte sich, das kaum Ähnlichkeit mit dem Offensivfußball hat, der die Premier League dominiert.

Die spieler verteidigen die taktik – doch die kritik bleibt
Mittelfeldmotor Declan Rice ließ jegliche Kritik an der defensiven Ausrichtung des Teams kaum auf sich sitzen. „Wen interessiert’s, was die Leute denken?“, polterte der Engländer nach dem Abpfiff. Er betonte, dass man sich in der Kabine ausschließlich auf interne Meinungen, also die von Trainer Mikel Arteta und seinen Mitspielern, verlasse. Ein klares Signal an die Öffentlichkeit, dass man sich von der Gemengelage nicht beeinflussen lässt – ob das die richtige Strategie war, ist eine andere Frage.
Arteta selbst versuchte, die biedere Vorstellung zu beschönigen. Er räumte ein, dass Verbesserungspotenzial besteht, hob aber die „wertvollen“ Leistungen seiner Schützlinge hervor. „Sie haben es verdient“, sagte er, doch die Augen der Fans sprachen eine andere Sprache. Die Gunners haben sich damit zum zweiten Mal in Folge für das Halbfinale qualifiziert, doch der Preis dafür war ein Fußballerlebnis, das selbst eingefleischte Anhänger enttäuschte.
Doch die englische Presse schlug Alarm. Der Guardian bezeichnete die Leistung als „schmerzhaft anzusehen“, die Sun nannte das Team „nervös“ und die BBC fragte, ob der „Stil“ überhaupt eine Rolle spiele. Eine vernichtende Bilanz, die zeigt, dass die Fans mehr erwarten als bloße Ergebnisse.
Vielleicht – so räumte der Guardian ein – ist es eben diese Art von Fußball, die in der Champions League zum Erfolg führt. Ein pragmatischer Ansatz, der Ergebnisse priorisiert, aber den Fußballglanz vermissen lässt. Arteta verteidigte sein Team mit dem Argument, dass die englische Liga und der dichte Spielplan einem enorm zusetzen. „Es geht nur darum, wie man kämpft und wann man Titel gewinnt“, so der Spanier.
Jetzt gilt es, Atlético Madrid aus dem Weg zu räumen, um den Traum vom ersten Champions-League-Titel überhaupt zu verwirklichen. Ein Unterfangen, das angesichts der aktuellen Leistungen allerdings eine Herkulesaufgabe sein könnte. Declan Rice blickt voraus: „Auf in die letzten Wochen. Es wird eine Achterbahnfahrt. In diesem Spiel wird dir niemand etwas schenken.“
Die Wahrheit ist: Arsenal hat zwar die nächste Runde erreicht, doch der Weg zum Titel ist gesäumt von Zweifeln. Der Sieg ist hart erkämpft, aber die Frage bleibt, ob dieser Fußball die Fans wirklich begeistert.
