Arroganz trotz ignoranz: der dunning-kruger-effekt im sport
Wir kennen sie alle: Die Person, die zu jedem Thema eine Meinung hat, ungeachtet ihres tatsächlichen Wissensstandes. Ob beim Fußball-Talk im Freundeskreis oder in hitzigen Diskussionen über die Trainingsmethoden – der sogenannte Dunning-Kruger-Effekt sorgt für amüsante, aber auch frustrierende Momente.

Was steckt hinter der überschätzten kompetenz?
Der Dunning-Kruger-Effekt, ein psychologisches Phänomen, beschreibt die Tendenz von Menschen mit geringem Wissen oder Können, ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Sie sind sich ihrer Defizite nicht bewusst und nehmen sich daher selbst besser ein, als sie tatsächlich sind. Die Ursache liegt darin, dass die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur objektiven Bewertung der eigenen Leistung eben auch Wissen voraussetzt – Wissen, das eben fehlt. Es ist ein Teufelskreis, der zur Verbreitung von Fehlinformationen und zu unnötigen Kontroversen führen kann.
Aber es gibt auch die Kehrseite der Medaille: Menschen mit hohem Fachwissen unterschätzen oft ihre eigenen Fähigkeiten und halten sich für weniger kompetent, als sie sind. Sie kennen die Komplexität eines Themas und sind sich der eigenen Grenzen bewusst. Beide Extreme – die übertriebene Selbstsicherheit und die selbsterniedrigende Unsicherheit – sind Ausdruck einer verzerrten Realitätswahrnehmung.
