Armbruster versprüht pulver: holmenkollen-finale wird zur geduldsprobe
Ein Schlusspunkt mit Frust statt Feierlaune: Nathalie Armbruster verabschiedet sich beim Weltcup-Finale von Oslo mit Platz fünf, weil ihr Sprung auf der Großschanze des Holmenkollen partout nicht zündet. Die 20-jährige Schwarzwälderin rutscht auf Rang 13, holt im 10 km-Lauf acht Positionen auf – doch 1:14,8 Minuten Rückstand lassen keine Podiumslücke mehr.

Hagens machtdemonstration und ein kleiner trost
Ida Marie Hagen feiert dennoch ihren perfekten Saisonausklang. Die Norwegerin, seit Längerem Gesamtweltcupsiegerin, schraubt ihre persönliche Siegesserie auf 11 von 14 Rennen. Die US-Amerikanerin Tara Geraghty-Moats wird Zwote, Minja Korhonen sichert Finnland Rang drei. Die Lücke zur Deutschen ist riesig, doch Armbruster findet Worte gegen die Ernüchterung: „Ich habe meine Grenzen ausgelotet, das zählt.“
Die Bilanz bleibt stolz. Zwei Zweite, fünf Dritte – kein deutscher Podestplatz fiel ohne sie. Mit 880 Punkten wird sie Vierte der Endabrechnung, nur 60 Zähler hinter der Französin Lottaz. Verglichen mit dem Vorwinter, als sie sich drei Siege und die Kristallkugel holte, wirkt der Saisonverlauf holprig. Die Ursache liegt auf der Schanze: Nur 70 Prozent ihrer Sprünge erreichten die Top-Ten-Distanz, eine Quote, die sich im Sommer auf der Plastikspur rächen wird.
Die Szene diskutiert lautstark über die Zukunft. Der IOC-Streit um Gleichberechtigung in der nordischen Kombination schwelt weiter. Armbruster hat schon angekündigt, sich bis Mailand 2026 nicht zurückzuziehen: „Wir fordern Gerechtigkeit, nicht Gnade.“ Der Verband plant Testwettkämpfe im Sommer, um die neue Mixed-Team-Disziplin zu etablieren – ein Schritt, der Frauen wie ihr endlich Olympia-Türen öffnen könnte.
Die Bundesliga der Kombinierer schließt ihre Zelte, doch der Kampf um Anerkennung ist noch lange nicht vorbei. Wer Armbruster kennt, weiß: Sie wird zurückkommen – mit frischem Schwung und wieder ganz oben auf der Schanze.
