Argentinien blockiert afa-chef tapia: 350-millionen-peso-embargo kurz vor wm 2026

Die argentinische Justiz hat den Fußballverband AFA und seinen Präsidenten Claudio Tapia mit einem 350-Millionen-Peso-Embargo belegt. Grund: Steuerbetrug in Höhe von umgerechnet 13 Millionen Dollar. Kurz vor der WM 2026 ist der Verband am Boden – und Tapia darf das Land nicht verlassen.

Der schlag gegen das herz des argentinischen fußballs

Richter Diego Amarante verhängte das Urteil am Montag gegen die gesamte Führungsriege der Asociación del Fútbol Argentino (AFA). Neben Tapia trifft es Schatzmeister Pablo Toviggino, Generaldirektor Gustavo Roberto Lorenzo und Ex-Sekretär Víctor Blanco Rodríguez. Die Anklage: „Unterschlagung von Steuern und Sozialabgaben“. Die Steuerfahndung DGI wirft dem Verband vor, über 19 Milliarden Pesos an unbezahlten Arbeitgeberbeiträgen der letzten zwei Jahre zu schulden.

Tapia hatte am 12. März noch einen Brief an den Gerichtshof geschickt. Darin: „Keine Einmischung, keine Mitsprache, keine Entscheidungsgewalt in den angeblichen Delikten.“ Die AFA selbst behauptete, alle Steuererklärungen seien korrekt abgegeben und die offenen Beträge inzwischen mit Verzugszinsen beglichen – ohne Strafzahlung, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

Die rechnung kommt trotzdem

Die rechnung kommt trotzdem

Doch das Gericht ließ sich nicht beschwichtigen. Es ordnete nicht nur das Embargo an, sondern bestätigte auch das Ausreiseverbot für Tapia und Toviggino. Weniger als 90 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel in den USA, Mexiko und Kanada sitzt der argentinische Fußball auf einem Pulverfass. Die AFA ist damit rechtskräftig als kriminelle Vereinigung geführt – ein Schritt, der Sponsoren, TV-Rechte und Spielerberater nervös macht.

Die Summe von 350 Millionen Pesos klingt harmlos, ist aber nur der erste Riss im Eis. Die 13 Millionen Dollar Gesamtschuld entsprechen fast der Hälfte des Etats, den die AFA jährlich für die nationale Liga locker macht. Und die Staatsanwaltschaft prüft bereits, ob weitere Jahre nachgebohrt werden. Die Botschaft ist klar: Niemand steht über dem Gesicht, nicht einmal der Weltmeister-Verband.

Tapia wird die WM wohl nur vor dem Fernseher erleben – sofern seine Anwälte nicht innerhalb von Tagen ein Revisionsgesuch durchboxen. Die Uhr tickt. Der Countdown läuft. Und Argentiniens Fußball muss sich fragen, ob der nächste große Sieg nicht vielleicht vor einem Gerichtssaal steht, statt auf dem Rasen von Dallas.