Antropova zerstört mailand mit 35 punkten – scandicci zwingt spiel 5

Ekaterina Antropova hat mit einer Machtdemonstration die Finalserie der italienischen Volleyball-Damen wieder eröffnet. Die 1,95-Meter-Außenangreiferin schlug 35 Mal zu, verwandelte den Ball zum 25:20 im vierten Satz und katapultierte Savino Del Bene Scandicci zum 3:1-Sieg gegen Numia Vero Volley Mailand. Die Serie steht plötzlich 3:1 für Mailand – und am Mittwoch droht ein Drama im PalaBigMat.

Egonu patzt, antropova trifft

Was sich nach dem 0:2-Debakel der Toskanerinnen anhörte wie ein letztes Aufbäumen, wurde zur Galavorstellung der 20-jährigen Russin. Antropova nagelte Aufschläge, die Mailands Annahme zerfetzten, und versenkte aus der Rückreihe zwei Asse hintereinander zum 21:19. Auf der Gegenseite verstolperte Paola Egonu den Matchball: Diagonalball zu lang, Metallkontakt – 24:20. Sekunden später blockte Mailand sich selbst, 25:20, Satz und Spiel.

Trainer Massimo Gasperi hatte seine Startformation sofort auf Turbo geschaltet. Scandicci sprintete 20:14 davon, brach ein, schüttelte sich und holte den ersten Durchgang 25:21. Im zweiten Satz warfen die Mailänderinnen alle Hemmungen über Bord. Egonu donnerte zehn Punkte raus, Piva versenkte die Pipe in die Parallelstraße – 26:24. Die Hallenluft knisterte.

Der kollaps der rekordchampionin

Der kollaps der rekordchampionin

Danach verflachte Egonus Graphik wie ein Aktienkurs nach schlechten Quartalszahlen: 4/17 im dritten Satz, 3/12 im vierten. Lavarini wechselte Kurtagic raus, schickte Sartori aufs Feld – vergeblich. Scandicci stellte den Block tiefer, nahm die Mittelspieler weg und zwang Mailand in die Parallelfehler. Die Nummer 18 versank im Sessel, Kopf zwischen den Händen.

Für Antropova könnte es die letzte Heimvorstellung gewesen sein. Nach dem Sommer geht’s nach Istanbul, doch vorher will sie noch einmal fliegen. „Wir haben nur überlebt, weil wir an unseren Druck geglaubt haben“, sagte sie mit erstickter Stimme. Die Zahlen sprechen für sich: 35 Punkte bei 57 Prozent Angriffseffizienz, fünf Asse, drei Blockpunkte. Ein Ein-Mann-Orkan.

Mittwoch, 20.30 Uhr, Rückspiel in Mailand. Die Savino Del Bene muss erneut gewinnen, sonnt darf keiner mehr an die eigene Halle denken. Für Egonu und Co. heißt es: Kante oder Karrierefrust. Die Serie lebt – und mit ihr der Traum von einem fünften Spiel, das niemand mehr für möglich hielt.