Antonelli siegt trotz start-panne in suzuka – wolff schickt team in die fahrschule
Kimi Antonelli schreibt in Suzuka Geschichte, doch der erste Schritt nach vorn wird zum Stolperstart. Vom ersten Startplatz rutschen der Mercedes-Rookie in die Mitte des Feldes – und wird trotzdem Sieger. Teamchef Toto Wolff lacht, nimmt den Handy-Clip seines Sohnes Jack aus dem Simulator und erklärt: „Wir brauchen Nachhilfe in der Fahrschule.“
Die kupplung schnalzt, der traum bleibt
29. März 2026, 07:00 Uhr Ortszeit. Die Ampeln erlöschen, Antonellis Reifen quietschen, der Wagen setzt aus. „Ich hab die Kupplung schnalzen lassen, dann kam Wheelspin“, sagt der Italiener nach dem Rennen. Sekundenbruchteil. Von Position eins auf fünf – das Feld frisst ihn. Doch statt in Panik zu verfallen, stemmt er sich durch die 53 Runden, jagt seine Gegner nacheinander und überquert als Erster. Erster Sieg, erste Tabellenführung, erste Lektion.
Wolff steht in der Box, zuckt mit den Schultern. „Der Start ist ein bisschen in die Hose gegangen“, sagt er zu Sky und schickt das ganze Engineering-Team verbal in die Klasse für Anfahren am Hang. „Wir üben, wie man regelmäßig die Kupplung loslässt.“ Die Pointe trägt weit, denn das Auto ist schnell genug, um den Fehler zu reparieren. Antonelli fährt Runde um Runde Bestzeiten, nutzt den Unterbodenschutz der neuen A-Version und schaltet in den Angriffsmodus, den Mercedes seit Jahren nicht mehr zeigte.

Der achtjährige im pyjama und die revanche der daten
Während Antonelli feiert, zieht Wolff sein Handy. Darauf: Jack, acht Jahre alt, im Pyjama, am Heim-Simulator, Suzuka-Kurs. „Der eine oder andere hier im Grid hat ihm geholfen“, verrät der Teamchef. Gemeint ist Antonelli, der dem Nachwuchs Tipps gibt und dabei lernt, dass selbst ein Startfehler kein Beinbruch ist, wenn die Rundenzeit stimmt. Der Clip geht viral, die Message auch: Technik kann man optimieren, Nervenkraft muss man haben.
Die Zahlen liefern den Beweis. Antonelli holt 26 Punkte, springt auf 68 Gesamt, vor Verstappen und Leclerc. Der schlechte Start kostet ihm statistisch nur 0,8 Sekunden, die Strategie holt 2,4 zurück. Mercedes liegt in der Konstrukteurs-WM erstmals seit 2025 wieder vor Red Bull. Die Moral? Ein Sieg reicht nicht, um die Saison zu gewinnen – aber er schreibt die Geschichte neu.
